Dr. phil. Gerd Schimansky

geboren 24. August 1912 in Düsseldorf, verstorben am 5. März 2010 in Schwerte,
von 1914 bis 1944 in Ostpreußen beheimatet,
evangelisch, seit 2008 verwitwet, drei Kinder,
Philologiestudium (Germanistik und Geschichte) und Psychologiestudium,
Kriegsdienst und US-Gefangenschaft.

Nach 1947 Direktor des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche
von Westfalen in Schwerte-Villigst.

Hinweis: Anfragen bitte an hanschristoph.schimansky@googlemail.com.
In der letzten Zeit vor seinem Tode war mit ihm besprochen worden, dass es gut wäre,
wenn er zu allen früheren Büchern, auch zum letzten noch erscheinenden Buch,
"Klappentexte" schreibt, damit Angehörige, Freunde und interessierte Leser sich
hineindenken, auch zu seinen Büchern greifen können (oft noch antiquarisch erhältlich).

Eine große Zahl an Manuskripten lag noch bereit. Wir Söhne konnten ihn überzeugen,
dass es seinem Wunsch nach Verbreitung seiner ernsten und heiteren Anregungen am
ehesten entspricht, wenn alles als PDF-Bücherei mit ISBN-Nummern im Internet steht,
für alle kostenlos zugänglich. Auch hier dienen Klappentexte zur raschen Orientierung.


Sie sehen die Klappentexte in folgender Systematik:

  1. Hinweis auf die letzte Veröffentlichung 2010 nach seinem Tode
  2. alle früheren Veröffentlichungen nach Jahreszahlen
  3. die unveröffentlichten Manuskripte als PDF-Bücherei alphabetisch nach Titeln

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Letzte Veröffentlichung im Frühjahr 2010, nach seinem Tode:

Als letztes Buch von ihm wird im Frühjahr 2010 ein neugefasstes Buch
über Swedenborg im Buchverlag Andrea Schmitz erscheinen:


Gerd Schimansky

Gespräche mit Engeln und Abgeschiedenen,
Der "Geisterseher" Emanuel Swedenborg, Wahn oder Wirklichkeit?

Eine Pfarrerstochter bittet ihren Vater um kritische Durchsicht ihrer Examensarbeit über
den umstrittenen Emanuel Swedenborg, den Imanuel Kant zuerst als "Geisterseher"
verhöhnt, später aber teilweise anerkannt hat.
Wer alles hat ihn im Laufe der Zeit abgetan, wer aber ihm zugestimmt, darunter auch
fromme, ganz auf die Bibel gegründete Christen? Wie war das mit seinem "geistigen
Schriftsinn", auf den er sich immer wieder beruft? Konnte er zu tieferen Einsichten
führen, oder war es bloße Willkür? Waren seine Jenseitsvisionen nur Wahngebilde?

Heute ist ja eine Sehnsucht nach irgend etwas Überirdischem erwacht, die Frage nach
Wiederverkörperung etwa bewegt viele Menschen, wobei die - weithin unbekannte -
Botschaft der Bibel kaum noch in Betracht gezogen wird.
Swedenborg sucht auf seine Weise an dieser Botschaft festzuhalten, sie zum Leuchten zu
bringen, das Ewige auch für unser irdisches Dasein neu zu erschließen.
Hier kommt er vor allem selber zu Wort.
Die Gespräche zwischen Vater und Tochter könnten zur eigenen Beurteilung dieses von
Goethe bewunderten "Sehers" anregen.


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Frühere Veröffentlichungen nach Jahreszahlen, u. a.:

  • Gottscheds deutsche Bildungsziele, 1939, Dissertation
  • Die neue Erde, 1951
  • Der falsche Sohn, 1952, Erzählung
  • Die Befreiung, 1952, Erzählung
  • Die Galgenfrist, 1953, Erzählung
  • Die Nacht wird nicht dunkel bleiben, 1954, Erzählung
  • Gerufene sind wir, 1954, Gedichte
  • Mensch und Mitmensch, 1954
  • Kein Herz ohne Maske, 1956, Erzählungen
  • Sternenbeichte, 1957, Roman
  • Dein Weg in die Welt, 1958, Konfirmandenbuch
  • Vor Gottes Angesicht, 2. Auflage 1961, Gebete für Kinder
  • Im Zorn der Sonne, 1964, Erzählung
  • Die Toten leben - Swedenborgs Visionen, 1973
  • Das Unheimliche, Psi-Report, 1975
  • Zwiesprache mit dem Glück, 1978
  • Was halten Sie vom Bösen?, 1978,
       Lebens- und Glaubensfragen um den 'altbösen Feind'
  • Gottesvergnügen, 1979
  • Christ ohne Kirche, 1980, Rückfrage beim ersten Radikalen der Reformation
  • Abschied vom Ärger, 1980, Der Freude auf die Spur kommen
  • Der Himmel ist unterwegs, 1981, Heilige im Heute
  • Immer neue Friedensschlüsse in Liebe, 1982, Ehe und Erziehung
  • Mut zum Weitermachen, 1983, Wie man Lebenskrisen in Lebenschancen verwandelt
  • Ich lüge mich an die Wahrheit heran, 1983, Erzählung aus der Zeit des Kirchenkampfes
  • Bewahrt vor dem Winter des Herzens, 1983, Von der inneren Lebendigkeit
  • So weit die Wolken gehen, 1984
  • Ins Wasser schrieb ich meinen Namen, 1984, Erzählungen
  • Das Leben kann gelingen, 1985, Hilft mir der Glaube?
  • Ist Glaube erlernbar?, 1986, Mit Kindern nach Gott fragen
  • Geh aus, mein Herz, 1987
  • Vorurteile - wie man sie auf- und abbaut, 1989
  • Alt und Jung, verstehen wir einander?, 1989
  • Das Glück des Lebens, 1990
  • Der besiegte Tod, 1992
  • Die Last und Lust, ein Christ zu sein, 1995,
       Evangelische Pfarrergestalten in der Literatur
  • Glücksgewitter, 1995, Geschichten zwischen den Generationen
  • Dänischer Frühling, 2000
  • Befreit leben, 2000
  • (Pseudonym "Tanja Millberg") Die Großen lachen mit Gott, 2001
  • Ganz erfrischend, dieser Kirchenschlaf, 2007, Aufbruchsgeschichten
  • CHRISTLICHES ABC - HEUTE UND MORGEN, 1978-2000, 41 Artikel
  • Wie ich es erfuhr, 2006,
       in: Zeitzeugenberichte, Neue Literatur, Frankfurt a/M

  • Unerwarteter Weihnachtsglanz, 2006,
       in: Weihnachtsanthologie, Frankfurt a/M


  • Gerd Schimansky

    Gottscheds deutsche Bildungsziele, 1939, Dissertation

    Lessing nannte seinen etwas älteren Zeitgenossen Johann Christoph Gottsched einen "mageren Philosophen und schlechten Dichter". Auch Herder tadelte, dass die Gottschedianer unsere Sprache "wässerig" machten, sie "entmannten".
    Es war eben der Geist der Aufklärung, der Vernunftgläubigkeit, die da so reinigend und ausdörrend wirkte. Sollte denn aber die Bühne weiterhin Schauplatz erkünstelter italienischer Opern bleiben? "Sie husten und schnupfen nach Noten. Und wenn sie verzweifeln, so geschieht es allezeit mit großer Scharfsinnigkeit. Sie könnten nicht sterben, ohne die spitzfündigsten Klagen dabei auszustoßen." Auch den Hanswurst wollte Gottsched von der Bühne vertreiben. Reinigen und regeln wollte er, gab aber auch Anstöße für eine deutsch geprägte Bildung.


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    Gerd Schimansky

    Die neue Erde, 1951

    "O Saltzburger Baur, geh nicht dahin ab, wo dorten der Satan den Fingerzeig gab! Zurück auf die Straßen, wo ewiges Heil, sonst wirst du dem Satan auf ewig zum Teil!" So drohte der Fürstbischof seinen protestantischen Untertanen. Vergebens. Sie hielten an ihrem Bekenntnis fest und mussten im Winter 1731/32 das Land verlassen. Wohin nur?

    Erst unterwegs erreichte sie das Aufnahme-Edikt Friedrich Wilhelms I., der sie "aus christköniglichem Erbarmen" nach Ostpreußen rief, etwa 20000 an der Zahl.
    Ihr abenteuerlicher Weg dorthin, die mühsame Ansiedlung in der neuen Heimat wird nach alten Chroniken und ungedruckten Aufzeichnungen ausführlich geschildert.

    Papst Johannes Paul II. hat sich später im Salzburger Dom für diese Vertreibung entschuldigt.


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    Gerd Schimansky

    Der falsche Sohn, 1952, Erzählung

    Zwei junge Soldaten, die 1941 für neun Jahre in die sowjetische Gefangenschaft fallen, sehen einander zum Verwechseln ähnlich. Unmittelbar vor ihrer Entlassung wird der eine beim Holzfällen von einem Baum erschlagen. Sein Kamerad muss nun alles, was er noch besessen hatte, nach Hause mitnehmen, muss die Todesnachricht seiner Mutter überbringen. Ihr zu schreiben, hätte nicht genügt. Zu viele Fragen müsste er dann noch beantworten. Außerdem hat er selbst gar keinen Wohnsitz mehr, seine Eltern sind in Hamburg umgekommen.
    Sehr schweren Herzens macht er sich auf den Weg zu dem Bauernhof, den die halbblinde Mutter des Kameraden zu bewirtschaften sucht, immer in der Hoffnung auf die ja schon angekündigte Heimkehr ihres Sohnes. Als dessen Kamerad nun kommt, meint sie, es wäre ihr Sohn - etwas verändert wohl, aber nach neun Jahren ... Wie soll, wie kann er sich jetzt verhalten?


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    Gerd Schimansky

    Die Befreiung, 1952, Erzählung

    Im Revolutionsjahr 1848 war es gefährlich, von "Freiheit" zu reden. Die deutschen Fürsten fürchteten jedes Mitspracherecht des Volkes, wollten durch keine Verfassung eingeschränkt werden. Dagegen erhoben sich die einstigen Kämpfer gegen Napoleon, auch viele Studenten.
    Aber - Demokratie, verstieß das nicht gegen die "gottgewollte" Ordnung? Und so kamen viele der Aufsässigen ins Gefängnis, wurden jahrelang in Kerkern und Kasematten festgehalten.
    Einer von ihnen, Philosoph und Jurist, teilt die Zelle mit einem schlichten Gerbermeister. Dem ständigen Aufbegehren des Studierten, der endlich ein Gerichtsverfahren und sein Recht fordert, setzt der alte Gerber seine stille, nach innen gewandte Frömmigkeit entgegen. Und ebenso begegnet er einem ganz außer sich geratenen Professor.
    Fast ohne Worte, aber - das ist zu spüren - er ist auch im Kerker innerlich frei. Und einmal kommt auch der Tag der äußeren Befreiung.


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    Gerd Schimansky

    Die Galgenfrist, 1953, Erzählung

    Philipp Kersten, ein Waise, jetzt schon 15 Jahre alt, arbeitet auf einem Ravensberger Bauernhof als Hütejunge und Holzschnitzer. Sehr begabt und geschickt, versteht er sich auf allerlei Zauberkunststücke und erntet so Bewunderung.
    Kommt er einmal in die Lehmhütte seines sehr frommen Großonkels, dann setzt ihm der mit seiner bedrängerischen Frömmigkeit zu. Von der damaligen Erweckungsbewegung geprägt, will er auch ihn "bekehren", überhäuft ihn mit Bibelworten, kniet nieder, will mit ihm beten. Aber dem allen widersteht sein ungestümes Wesen. Ihn bewegt etwas anderes: er ist arm und spürt immer mehr die Aussichtslosigkeit seiner Lage. Er liebt eine Bauerntochter und sie ihn, aber von einer späteren Ehe kann keine Rede sein. Sie heiratet ihren reichen Vetter.
    Um den Reichen und oft sehr fromm Erscheinenden auf die Schliche zu kommen, lauscht er im Dunkeln oft an ihren Häusern, da hört er, wie sehr es ihnen ums Geld geht.
    In all dem Elend, das die beginnende Industrialisierung mit sich brachte, bildeten sich Diebesbanden, oft versteckt im Teutoburger Wald. Einmal aber, im Jahr 1850, war ein wahrer Meisterdieb nach manch gelungener Flucht gefasst und an den Galgen gebracht worden. Auch er hieß Philipp. Und diese Namensgleichheit macht ihm zu schaffen. Ist sie ein Signal? Soll auch er solch ein Räuberhauptmann werden? Einer aber, der den Reichen etwas nimmt, den Armen aber etwas gibt.
    Ein anderer Wunschtraum: Das Dorf brennt, und er rettet es.
    Aber dann schließt er sich wirklich einer Diebesbande an, wird sehr schnell deren Führer, führt sie zum Erfolg. Unbedingten Gehorsam fordert er. Jetzt ist er ein Herr, jetzt ist er wer! Im Dorf aber, in dem er nur selten noch erscheint, ahnt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt, dass er irgendetwas Heimliches, womöglich Unheimliches treibt. Besonders der tieffromme Großonkel spürt das, redet beschwörend auf ihn ein. Dem Satan soll er absagen.
    Und auch ihm selbst kommen manchmal jähe Anwandlungen: Mach Schluss mit der verdammten Dieberei.

    Aber dann schenkt ihm der Onkel seine alte Bibel, mit handschriftlichen Eintragungen. Und die Bibel wird ihm mit der Zeit immer kostbarer. Als aber die Bande in seiner Abwesenheit einmal fliehen muss, verbrennen sie alles, was sie verraten könnte, und in der Bibel steht ja der Name Kersten, der die Polizei auf die Spur bringen würde. Jetzt trennt ihn immer mehr von der Bande. Er zieht sich zurück, will wieder ehrlich leben. Und das gelingt auch.
    Aber die Polizei ist nun doch auf den Namen gekommen: Kersten. Also erscheint sie bei Onkel Hinrich Kersten. Und der bekennt, dass er, er selbst all die Untaten verübt habe. Niemand glaubt der wirren Selbstbezichtigung eines wunderlich gewordenen Alten.

    Philipp aber, als er davon hört, erfährt eine tief wirkende Erschütterung. Nein, nun muss er sich zu seiner Schuld bekennen. Und das tut er. Zum Tod durch den Strang verurteilt, wird er dann doch begnadigt: zu 10 Jahren Haft. Das gelingt auch auf Drängen seines Pfarrers, der ihn viele Stunden lang im Kerker besucht hat und eine wirkliche Umkehr in dem Häftling bezeugen kann.


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    Gerd Schimansky

    Die Nacht wird nicht dunkel bleiben, 1954, Erzählung

    Der trügerische Glanz des Berliner Hoflebens um 1700. Bald wird der Kurfürst der armen Mark Brandenburg sich zum preußischen König krönen lassen. Prachtentfaltung damals im Barockzeitalter - ein Mittel der Politik.
    Ein Hofmaler ergibt sich ganz dem schönen Schein. Heraus aus dem Elend seiner Kindheit - seine Eltern vagabundieren trunksüchtig und verkommen durchs Land. Nur ja nicht, dass sie hier am Hof auftauchen! Und - es geschieht. Was nun? Sie verleugnen, sie verscheuchen? In letzter Stunde bekennt sich der Sohn zu ihnen.

    Das Dunkle, das Schimpfliche lässt sich auf die Dauer nicht verdrängen. Das versucht man in der Hofgesellschaft, in der man zwischen Gespensterfurcht und betäubender Leichtlebigkeit hin- und herschwankt. Die Nacht erhellen, indem man Rosen hineinstreut oder Feuerbrände ins Dunkel schleudert?
    Ein anderes Licht führt zur Wahrheit hin, zur Begegnung mit dem wirklichen Ich.


    Gerd Schimansky

    Gerufene sind wir, 1954, Gedichte

    Gedichte, 1945/46 entstanden, teils als Soldat an der Front, teils in der Kriegsgefangenschaft geschrieben. Um die Heimat geht es, um Landschaftserlebnisse, um den Glauben.


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    Gerd Schimansky

    Mensch und Mitmensch, 1954

    Wie können wir einander beurteilen und verstehen? Es geht um die Überwindung einer schablonenhaften Wahrnehmung, eines raschen Abstempelns des anderen. Es geht um Geduld. Und auch um die gläubige Zuversicht, dass Gott mit jedem Menschen etwas gemeint hat. Dass jeder Mensch sein ganz eigenes Wesen hat und haben darf. Er hat seine Lebenskraft und seine Lebensschwäche. Sein Wille ist mehr oder minder entwickelt. Wann wird er überfordert, wann überfordert er sich selbst? Welches mögen seine inneren Beweggründe dafür sein, dass er sich jeweils so oder so verhält.

    Das alles kann der Betrachtende, der Beurteilende nicht ergründen, aber offenhalten kann er sich dafür, dass es so oder so sein könnte. Und so kommt er dem Verstehen vielleicht etwas näher, eben indem er sich in den anderen hineinversetzt, es jedenfalls versucht.

    Wie ist das wohl, hat der andere je Liebe erfahren? Und nimmt er sich selber an, so dass sein Selbstwertgefühl sich festigt? Und - ist er echt? Oder möchte er ganz unbewusst mehr scheinen als er ist? Erfüllt ihn gegenüber dem für ihn Unerreichbaren ein abwertendes Ressentiment: Das, was ich nicht erreiche, das ist ja sowieso nichts wert! So gibt es Menschen, die oft verärgert sind. Warum wohl?

    Aber bei allen Versuchen, solche Fragen zu beantworten - eines gilt: Der Mensch ist immer mehr als ich erkenne. Dafür halte ich mich offen. Und suche dabei auch, eigene unbewusste Regungen zu vermuten. Sie können meinen Urteilen zugute kommen, können sie aber auch behindern.


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    Gerd Schimansky

    Kein Herz ohne Maske, 1956, Erzählungen

    Der Dichter Jean Paul, Zeitgenosse Goethes - aber sehr anders als der - war zeitweise eine Kultfigur empfindsamer Damen. In ihrem Überschwang hatten sie ihn in Bayreuth an Blumenseilen in einem Wägelchen vom markgräflichen Schloss bis zu seiner Wohnung gezogen. Wie aber ist der Dichter wirklich? Verbirgt sich nicht etwas hinter der prunkenden Fassade seiner überschäumenden Phantasie? Eine Siebzehnjährige ist bestürzt, als sie den wirklichen Jean Paul, den Legationsrat Johann Paul Friedrich Richter persönlich kennenlernt. Ist er nicht doch bloß ein beleibter Spießbürger?

    Ein älterer Zeichenlehrer, leidenschaftlich in der Welt der Kunst lebend, verliebt sich in eine Siebzehnjährige, will es aber nicht wahrhaben. Nein, nein, er wendet sich ihr doch nur aus pädagogischen Gründen zu. So bittet er sie in einer Freistunde, zu ihm in sein Zimmer zu kommen, allein. Ihren Freund, der gerade bei ihr sitzt, weist er zurück. Hätte er die Lebensweisheiten, die dem Mädchen galten, nicht auch mit Gewinn anhören können? Aber der entflammte Lehrer hat jetzt seine Pädagogik ganz auf das Mädchen eingestimmt. Dann aber spürt er, wie sie ihn durchschaut. Er wird unsicher. Wie kann er jetzt bloß noch seine Würde wahren? Er bringt schwer verständliche Sätze heraus und verstummt. Er kann es sich nicht mehr verbergen: Dies war ein kläglich gescheiterter Versuch, ein scheinheiliger Versuch, sich ins Reich der Jugend zurückzustehlen.

    Eine Pfarrfrau, Mutter zweier Kinder, ist im Grunde ihres Wesens Schauspielerin. Ihren Eltern ist sie nicht fromm genug. Dabei hat sie einen durchaus nüchternen, ganz in seinem Pfarramt aufgehenden Mann geheiratet. Sie leben im tiefsten Masuren, und sie schreibt zufrieden: "Hier ist alles so wirklich, so unverfälscht". Dann aber kommt der Krieg. Ihr Mann ist an der Front. Die Russen erobern Ostpreußen. Zur Flucht ist es zu spät. Jetzt ist sie als junge Frau aufs äußerste gefährdet. Sie macht ihr Gesicht so zurecht, dass sie abstoßend hässlich aussieht. Schließlich legt sie sich sogar in einen offenen Sarg als "Tote". Entsetzt weichen die eindringenden Rotarmisten zurück. Aber dann muss sie ja doch wieder aufstehen und zu den Kindern, sie versorgen. Dabei gibt es doch kaum noch etwas Essbares im Haus. Und plötzlich tritt ein Mongole ins Zimmer. Sie ist entsetzt - ein maskenhaftes Gesicht starrt sie an, eine asiatische Fratze, die verkörperte Grausam- keit. Jetzt ist sie verloren. Aber - was tut er? Legt ein Stück Brot auf den Tisch und verschwindet. Hinter der Maske - wirklich ein Herz.


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    Gerd Schimansky

    Sternenbeichte, 1957, Roman

    Eine kleine, im Krieg fast unversehrte Stadt lebt nach 1945 wieder auf. Man lässt die Nazizeit auf sich beruhen. Eigentlich war ja doch keiner für Hitler gewesen.
    Aber dann - eine verstörende Nachricht: ein angesehener jüdischer Mitbürger, dem die Stadt viel verdankt, lebt noch! Er, der nach Holland Geflohene, galt doch als tot. Und wenn er nun wiederkommt - was wird er aussagen, wen alles belasten? Wer alles hat ihn damals missachtet, verraten, sich an seiner Habe bereichert? Das fragt sich ein pensionierter Buchhalter. Ihn hatte die Partei damals als Vermögensverwalter eingesetzt.

    Im späteren Entnazifizierungsverfahren war er auf sein Gedächtnis angewiesen. Seltsam, dass alle Unterlagen verbrannt waren - ganz von selber? Ihn würde man zur Rechen schaft ziehen, würde ihn entlarven. Wie stand er, der immer Unbescholtene, dann da? Keinen hat er, dem er sich in seiner Not anvertrauen könnte. Nachts kann er nicht schlafen, ratlos blickt er zum Sternenhimmel empor.


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    Gerd Schimansky

    Dein Weg in die Welt, 1958, Konfirmandenbuch

    Zu einer Spurensuche lädt dieses Buch ein: Wo lassen sich Wege zu einem lohnenden Ziel finden? Wie komme ich mit der Wirklichkeit zurecht? Was könnte glücklich machen? Wie ist das, wenn ich mit mir selbst nicht einverstanden bin? Und Gott - wie ist das mit Gott? Wie ist das, wenn man sich aufs Evangelium wirklich einlässt?

    Diese und andere Fragen werden durch eine Vielfalt von Beispielen aus der Dichtung vertieft und wenn möglich beantwortet:
    Wolfram von Eschenbach, Nikolai Ljesskow, Wilhelm Hauff, Jean Paul, Annette von Droste-Hülshoff, Adalbert Stifter, Franz Grillparzer, Gottfried Keller, Heinrich Seidel, Ernest Hemingway, Saint Exupéry, Wolfgang Borchert, Paul Alverdes, Manfred Hausmann, Gertrud von Le Fort, Werner Bergengruen, - sie alle weiten den Blick für die Welt.

    Alte Weisheitslehren, auch andere Religionen kommen zu Wort, seltsame Begebenheiten und abenteuerliche Erlebnisse bereichern das Bild. Wie ist das - gibt es Spuk? Wie ist das mit dem Sterben? Aber auch mit unserem Alltag, etwa wenn "mir der Kragen platzt". Von Liebe und Leidenschaft ist die Rede. Und wie lebt man so in unserer modernen Maschinenwelt?
    Das eigene Urteil wird immer herausgefordert. Die Grundfrage ist: Kann dies meinen Weg erhellen, dass der Auferstandene doch "der Weg und die Wahrheit und das Leben" ist?
    Das Buch ist auch in Norwegen erschienen.


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    Gerd Schimansky

    Vor Gottes Angesicht, 2. Auflage 1961, Gebete für Kinder

    Morgengebete, Tischgebete, Gottes Lob zu allen Stunden, festliche Zeiten, "Ach bleib mit Deinem Schutze", "Gib mir ein gehorsames Herz" und Abendgebete, so sind die Kindergebete gegliedert.
    Ihnen vorangestellt sind kurze Besinnungen. Was heißt beten? Unfasslich doch, dass wir Gott anreden dürfen, dass er uns hört, dass Er uns kennt!
    Erhört Er nun aber auch Gebete? Manche Bitten werden doch nicht erfüllt. Oder vielleicht anders, als wir es uns gewünscht hatten. Erst später entdeckt man vielleicht, dass auch das Schwere, das wir loswerden wollten, doch noch einen Sinn hatte. Auf alle Fälle - Gott bleibt uns nahe.

    Aber können denn nun Kinder schon "richtig" beten? Jesus verbürgt sich dafür, dass gerade sie Gott besonders nahe stehen. Er versteht sie. Das Kind selbst kann manche Worte noch nicht verstehen, aber wenn wir sie miteinander sprechen, so ahnt es doch, dass etwas Großes, Rettendes hinter diesen Erwachsenenworten steht.

    Ergänzt aber werden solch feierliche Gebete durch die eigenen Einfälle, die das Kind in seiner Sprache vorbringt. Und was alles lässt sich doch in Gebeten unterbringen - unser ganzes Leben bis hin zum Sterben. Und bei alledem spürt ein Kind, ob wir selber innerlich beteiligt sind.
    Und ergänzt werden Gebete durch Gespräche, in denen ein Kind seine eigene Gottesvorstellung zum Ausdruck bringt und manchmal auch uns belehrt. "Kann der liebe Gott eine Stunde lang Handstand machen?", fragt ein Siebenjähriger. "Ja, er kann's", fügt er verschmitzt lächelnd hinzu, "aber er tut's nicht."


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    Gerd Schimansky

    Im Zorn der Sonne, 1964, Erzählung

    Cesare, ein Neffe des berühmten Weltreisenden Marco Polo, lebt ganz in der Erinnerung an den bewunderten Onkel, der es wagte, in so ferne Länder wie China vorzudringen.

    Damals im 13. Jahrhundert gab es ja keine gesicherten Straßen - Räuber allenthalben, und wie verfuhr man mit einem Fremden dort in Asien? War so ein Venezianer nicht womöglich ein Spion? Wie feige und von bloßem Krämergeist beseelt war doch sein Vater, war die ganze venezianische Bürgerschaft.
    Aber was Onkel Marco erlebt und durchgestanden hatte - Cesare hatte seine Briefe und Aufzeichnungen gelesen ... Steppentiger, Wüstensturm, Mongolenkrieger, die alle Fremden umbringen.
    Cesare legt Tabellen an: die Namen chinesischer Städte, ihre Einwohnerzahl, die Wegstrecken. Und dann - die Abenteuer. Wie im Fieber schreibt er dies alles noch einmal auf. Und wirklich befällt ihn auch ein Fieber - was ist jetzt Traum und was Wirklichkeit?

    Ohne dass Cesare ihn erkennt, kommt Marco Polo selbst an sein Krankenlager, spricht mit ihm, gibt ihm unaufdringliche Ratschläge - ein weiser alter Mann, der nichts verklärt, frei von Ruhmsucht ist und den Jungen aus seiner Traumwelt hin zur Alltagswirklichkeit führt.
    War es eine "zornige" Sonne gewesen, die über Asiens Wüsten brannte, so geht nun allmählich und still die Sonne des Glaubens auf.


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    Gerd Schimansky

    Die Toten leben - Swedenborgs Visionen, 1973

    Über die "Träume eines Geistersehers" spottete Immanuel Kant, als er von Swedenborgs Jenseitsvisionen erfuhr. Und mit Kant schüttelte ein ganzes Zeitalter den Kopf, den durch Vernunft doch so gründlich gereinigten Kopf. Den Seelen Abgeschiedener wollte dieser Swedenborg begegnet sein, mit Engeln Zwiesprache gehalten haben? Nein, das war zuviel.

    Es wirkte umso bestürzender, als Immanuel von Swedenborg (1688 - 1722) doch ein namhafter Gelehrter war, Mathematiker, Physiker, Geologe, führend im schwedischen Bergbau, Finanzberater der Regierung, vielfacher Erfinder.
    Ganz anders als Kant urteilte Goethe: "Swedenborg ist der gewürdigte Seher unserer Zeiten, rings um den die Freude des Himmels war, zu dem Geister durch alle Sinne und Glieder sprachen, in dessen Busen die Engel wohnten".

    Der Streit um Swedenborg hielt an. Theologen nahmen für oder gegen ihn Stellung, Psychiater meldeten sich zu Wort. Heute ahnt man wieder mehr vom Übersinnlichen, womöglich Jenseitigen. Können einem Swedenborgs Visionen da weiterhelfen?


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    Gerd Schimansky

    Das Unheimliche, Psi-Report, 1975

    Egon Friedell meinte, es wurzele in unserem Unbewussten doch wohl die Vorstellung, dass sich hinter der sichtbaren Welt noch eine unsichtbare verberge. Und viele Menschen fragen ja auch nach dem Außersinnlichen, nach dem "Sechsten Sinn" oder "Zweiten Gesicht".
    Das Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie erforscht, zusammen mit Forschungsstätten anderer Länder, die sog. Telepathie (Fernfühlung), Hellsehen, Vorauswissen, "geistige" Heilungen. Was ist denn nun wissenschaftlich erwiesen? Und was ist bloße Einbildung, Selbsttäuschung oder Betrug? Psychologen, Mediziner und Physiker arbeiten zusammen. Dabei ergibt es sich, dass manche dieser Phänomene zwar einwandfrei festgestellt, nicht aber erklärt werden können.

    Die Frage ist auch: Was haben diese scheinbar übernatürlichen Erscheinungen und Fähigkeiten mit dem christlichen Glauben zu tun?
    Das Buch ist auch in Finnland erschienen.


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    Gerd Schimansky

    Zwiesprache mit dem Glück, 1978

    Kann man Glück haben und doch nicht glücklich sein? Kann es sein, dass einem vieles missglückt und man doch glücklich ist? Wünschen wir einander "Alles Gute", so könnte dies auch bedeuten: Guten Umgang mit dem, was einem Not macht. Es geht um den Einfallsreichtum des Herzens, dann könnte sich auch das Wenige als viel erweisen. Da bringt man vielleicht von einer Strandwanderung einen farbig schimmernden Stein mit, und der liegt nun auf dem Fensterbrett und erinnert uns, und wir fragen uns: Vor wie viel Jahrtausenden ist er wohl so geprägt worden? Und man kommt ins Sinnieren.

    Und vielleicht denkt man über dieses Erdenleben hinaus. "Der ist der glücklichste Mensch", fand Goethe, "der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann". Nicht nur Angst vor dem Vergehen, auch eine stille Zuversicht kann sich einstellen, dass mit unserem Leben etwas gemeint ist, dass es Sinn hat, einer Erfüllung entgegengeht. Auch ohne die leidige Jagd nach Gewinn, Erfolg und Ansehen, auch ohne die Jagd nach dem Glück.

    "Das Glück, kein Reiter wird `s erjagen. Es ist nicht dort, es ist nicht hier. Lern überwin-den, lern ertragen, und unverhofft erblüht es dir.", so erfuhr es Theodor Fontane, der ein schweres Leben durchzustehen hatte. Und noch einmal Goethe, der empfahl, dass man "sich unbewusst des Daseins freut". Darum geht es gerade heute, wo ein übersteigertes Glücksverlangen angeheizt wird.
    Aber Glücklichsein heißt buchstabieren, nur zwei Buchstaben - ein Ja. Ein Ja zu dem, was Gott mit dieser Welt gemeint hat.


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    Gerd Schimansky

    Was halten Sie vom Bösen?, 1978, Lebens- und Glaubensfragen um den 'altbösen Feind`

    Der Böse oder das Böse - wie sollte man die unheimliche Macht bezeichnen, die den einzelnen wie auch die ganze Gruppe verblendet und verführt?

    In der Dichtung verkörpert sie sich in mancherlei Gestalten. So in Goethes "Faust" als Mephisto, in Thomas Manns "Doktor Faustus" in einem unheimlichen Fremden, der plötzlich auf dem Sofa sitzt, alle Herrlichkeiten dieser Welt verspricht, aber "Du darfst nicht lieben".

    Ähnlich dann auch Georges Bernanos` Roman "Die Sonne Satans", wo ein sehr frommer Priester zu der verstiegenen Gewissheit geführt wird, er könne ein Wunder tun, gar ein totes Kind wieder zum Leben erwecken.

    Auch in der Psychologie wird nach dem Bösen gefragt. Sigmund Freud meinte, einen unerklärlichen Destruktionstrieb im Menschen entdeckt zu haben.

    Drei Fragen werden in diesem Buch gestellt:
    Hat das Böse eine eigene Mächtigkeit? - Lässt sich das Böse erkennen? - Lässt sich das Böse überwinden?


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    Gerd Schimansky

    Gottesvergnügen, 1979

    "Das Amt des Heiligen Geistes ist `s, dass er die Herzen fröhlich macht", so sah es Martin Luther. Und Papst Johannes XXIII. fand: "Glauben, das ist die Heiterkeit, die von Gott kommt".
    In dieser Zuversicht kommt der Humor zu seinem Recht, Humor in seinen vielen Spielarten:
    beiläufig, zum düster-ernsten Hauptsatz der heitere Nebensatz; versöhnlich, ausgleichend oder auch freundschaftlich frozzelnd, munter stichelnd bis hin zur erfrischenden Pferdekur eines derben und abgehärteten Humors.

    Aber nie ist er lieblos. Denn auch Spannungen und Kämpfe wecken lebendige Abwehrkräfte. So werden auch das "Kanzeldeutsch" (Mit dem Schreibtisch auf die Kanzel) und der "Kirchenwitz" unter die Lupe genommen, mit dem ermutigenden Zuspruch "Nimm dich selber auf den Arm".


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    Gerd Schimansky

    Christ ohne Kirche, 1980, Rückfrage beim ersten Radikalen der Reformation

    Luther nannte ihn "des Teufels liebstes Maul".

    Sebastian Franck war zunächst Priester, dann lutherischer Prädikant, um sich bald schon von jeder Kirche oder Sekte zu lösen. Er schlug sich nun als Chronist und Schriftsteller durch, immer auf der Flucht vor der geistlichen und weltlichen Obrigkeit.

    Manche seiner Botschaften versteckte er in dickleibige Chroniken, die alles zusammenfassten, was man damals über die Welt und ihre Geschichte wusste. Und er schrieb farbig und packend.

    In seinen Glaubensaussagen drückte sich ein gewandeltes Lebensgefühl aus: vom Wir zum Ich hin. "Glaub von ganzem Herzen deiner Seel" - so strebte er vom vorgeschriebenen Bibelglauben hin zur "geist"erfüllten Freiheit, zum "inneren" Wort.


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    Gerd Schimansky

    Abschied vom Ärger, 1980, Der Freude auf die Spur kommen

    Und das Motto ist ein Wort aus Abessinien; "Tadle Gott nicht, weil er den Tiger schuf, aber danke ihm dafür, dass er ihm keine Flügel verlieh".

    Um den Einfallsreichtum des Herzens geht es, um die Entdeckerfreude, um die innere Freiheit, sowohl im Mangel wie auch im Überfluss.
    Es geht um ein Miteinander, "auch wenn wir so scheußlich verschieden sind". Es geht um die Kunst des Hinnehmens und die Eindämmung übler Laune.

    Mit vielen kleinen Schritten kann man diesen Zielen ein bisschen näher kommen, zumindest so, dass der Ärger nie die Alleinherrschaft erlangt oder behält.


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    Gerd Schimansky

    Der Himmel ist unterwegs, 1981, Heilige im Heute

    "Himmel", ein Wort, das manchen in Verlegenheit bringt. Hat es überhaupt Sinn, davon zu reden, wenn uns doch die Erde schon derart in Atem hält mit Umwelt- und Energienöten, mit Katastrophenfurcht und Sinnverlust?

    Aber hat uns der Auferstandene nicht "Kraft aus der Höhe" verheißen? Spricht das Neue Testament nicht von Menschen, die "am Heiligen Geist Anteil bekommen"? Dieser himmlische Anteil kann sich im irdischen Alltag bewähren - in unserer Angst und Sehnsucht, in Niederlage und Überwindung, in unserem Versagen, das doch das Heil nicht aufhält. Und eben dass man sich das Heil widerfahren lässt, das heiligt uns.

    Heilige - als rundherum untadelige und intakte Menschen? Nein, "die ewige Vollkommenheit ist mit dem Bruchstück befreundet", fand Albrecht Goes. Und diese Freundschaft lässt der Heilige sich mit ganzem Herzen widerfahren. Er ist der hochgradig beschenkbare Mensch. Kann und muss er denn Wunder tun? Unauffällig wirkt sich seine Gottesnähe aus. Sie kann lautlos sein wie das Licht.

    Von kleinen und großen Gestalten aller Jahrhunderte erzählt das Buch. Und vielgestaltig ist das, was ihnen ihre Himmelsnähe eröffnet. Es kann sich ganz alltagsnah auswirken, kann sich aber auch ins Visionäre steigern.
    Etwas vom "Leben der zukünftigen Welt" lässt sich da erahnen, wie es das Nizänische Glaubensbekenntnis einst ausdrückte.


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    Gerd Schimansky

    Immer neue Friedensschlüsse in Liebe, 1982, Ehe und Erziehung

    Von "Kriegen" ist die Rede, lauten oder leisen, offen ausbrechenden oder auch nur schwelenden. Und das zwischen Jung und Alt, zwischen Eltern und Kindern und eben zwischen Eheleuten selbst.

    In vielen unterschiedlichen Alltagskonflikten gilt es, den oft unbewussten Gründen nachzugehen. Dazu braucht man einen "Waffenstillstand", denn solange gekämpft wird, wird nicht nachgedacht. Welche Schwierigkeiten stecken in mir selbst, und welche haben die anderen?

    Die Antworten muss man sich selbst erarbeiten, sie können einem nicht von anderen "verpasst" werden.
    Um diese und andere Problemfelder geht es in diesem Buch: um Einsamkeit zu zweit, um Emanzipation, um Ehe ohne Trauschein, um die Frage, was uns glücklich macht, um ein gutes Gegeneinander, ums Freisein und ums Treusein, um Wunschkinder, Wunscheltern - und wie sie wirklich sind.
    Der Glaube kann einen dazu ermutigen, mit hoffender Geduld an diese lebenslänglichen Aufgaben heranzugehen.


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    Gerd Schimansky

    Mut zum Weitermachen, 1983, Wie man Lebenskrisen in Lebenschancen verwandelt

    Wo steckt wohl jeweils doch noch eine Chance? Das wäre zu fragen.
    Und mitunter entdeckt man nachträglich so etwas wie Sinn, auch im zunächst sinnlos Erscheinenden.
    Die Ängste des Kindes, die Einsamkeit des Alters, lähmender Kleinkram des Alltags, viel zu häufiger Ärger, mein Egoismus und der des anderen - dies alles und noch mehr will geduldig und zuversichtlich angegangen werden.
    Und hoffentlich auch mit Humor.


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    Gerd Schimansky

    Ich lüge mich an die Wahrheit heran, 1983, Erzählung aus der Zeit des Kirchenkampfes

    Es darf nicht vergessen werden: von manchen Kirchen wehten Hakenkreuzfahnen, nicht gezwungenermaßen, sondern weil über 80% der evangelischen Christen sich bei den Kirchenwahlen für die "Deutschen Christen" entschieden hatten. Eine kleine Minderheit nur bekannte sich zur "Bekennenden Kirche".

    Selbst Martin Niemöller gestand offen, dass er im März 1933 noch die NSDAP gewählt hatte. Bald darauf aber sein entschiedener Widerstand gegen alle Versuche, das Hakenkreuz und das Kreuz Christi miteinander zu verbinden.

    Auf diesem Hintergrund lässt es sich verstehen, wie ein Mensch innerlich hin- und hergerissen wurde, als er - obwohl Christ - Pastoren bespitzeln soll. Er will Schlimmeres verhüten, berichtet so, dass er keinem schadet.
    Ein weltanschaulicher Zwist bedroht auch eine Ehe.
    Und als 1944 noch ein jüdisches Mädchen auftaucht, das doch längst hätte deportiert werden müssen, da schlägt für alle, die dies mitbekommen, die Stunde der Bewährung.

    Und dies geschah nun auch wirklich: eine junge Pfarrfrau in Marienburg wagt es, während ihr Mann als Soldat eingezogen ist, das Mädchen zu verstecken - in einer hellhörigen kleinen Stadtwohnung und natürlich ohne Lebensmittelkarte, immer in der Angst, man würde ihr die drei kleinen Söhne wegnehmen, wenn das Versteck entdeckt würde. Die Jüdin konnte dann nach Schweden entkommen.

    Ein Zeitgemälde auf dem Hintergrund eigener Erfahrungen.


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    Gerd Schimansky

    Bewahrt vor dem Winter des Herzens, 1983, Von der inneren Lebendigkeit

    Wie bewahrt oder gewinnt man diese Lebendigkeit? Wie bahnt sich Lebensweisheit an? Etwa so, dass man der Wirklichkeit ins Auge sieht, ohne sie zu verdüstern oder zu verklären. Dazu gehört die Kunst des Abschiednehmens. Aber auch die des Neubeginnens, selbst im Alter.

    Verjüngend kann auch der offene, verstehende Umgang mit Kindern wirken. Lässt sich nicht auch von ihnen etwas lernen? Und überlegener Humor wirkt der Erstarrung entgegen.
    Keine Rezeptvorschläge, aber Beispiele und Einladungen, sich auf den Weg zu machen. "Gott steht am Ende des Weges", fand der Kirchenvater Augustinus.


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    Gerd Schimansky

    So weit die Wolken gehen, 1984

    Große farbige Bilder - Landschaften, Pflanzen, vor allem aber Gesichter - man kann sich in ihren Anblick vertiefen. Und Texte suchen den Alltag zum Ewigen hin zu öffnen. Wie doch jeder neue Tag zu einem Neuanfang einlädt.

    Um Streit und Versöhnung geht es. Um befreiende Gottesfurcht und Gottesliebe. Wie fern, wie nah ist uns das, was wir Himmel nennen? Christus als "Licht der Welt"? Gottes Kraft sollte "in den Schwachen mächtig" sein? Rettende Engel? Zufall oder Schicksal? "Gotteskindschaft". Vom Lieben und Geliebtwerden. "Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden" (1. Johannes 3, 2).

    Auch das Alltägliche, das Naheliegende neu entdecken. Großes kann sich im Geringen spiegeln. Die Bibel - so ferngerückt? Religiöser Überschwang. Unser wahres Ich. Warten können. Wunderbar erschaffen sind wir: unsere Augen, unser Herz, alle fünf Sinne. Gott beweisen - oder ihn wegbeweisen? Da ist einer Christ - und dann so? Fragen auch als Frömmigkeit des Denkens?
    Die Texte laden zu solch einem Fragen ein.


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    Gerd Schimansky

    Ins Wasser schrieb ich meinen Namen, 1984, Erzählungen

    "Also hat Gott die Welt geliebt" (Johannes 3, 16) - nicht nur die Welt der Glaubenden, auch die der Zweifelnden, ja Verzweifelnden. Unter ihnen könnte sich auch der Christ eines Tages wiederfinden.

    In drei Erzählungen klingt dies an. Da sind Menschen, die - weder gottlos noch gläubig - ihrem eigenen inneren Gesetz zu folgen scheinen. Unabänderlich?

    Da ist ein junger Mensch tief verstört, als er herausbekommt, dass seine Eltern durch und durch hitlergläubig waren. Dass die Mutter dann aber ganz schnell und ganz unbedingt zur Kirche hinfindet, ist das nicht unglaubwürdig?

    Oder da ist im Hitlerreich ein "Halbjude", der seine "arische" Braut nicht heiraten darf, kein Beruf steht ihm noch offen, nur Zwangsarbeit gibt es in einem Lager. Ist er denn nun gar nichts mehr wert? Ein alter Pfarrer kann ihm ein wenig weiterhelfen.

    Eine Tochter vermag ihren alten pflegebedürftigen Vater nicht recht zu lieben. Sie versorgt ihn aufs beste, aber es gelingt ihr nicht, ihm innerlich näher zu kommen. Ihre Eltern wurden früh schon geschieden, die Mutter, an die sie sich kaum noch erinnert, als der "schuldige" Teil. Nach ihr sehnt sich die Tochter, verklärt ihr Bild. Eine Geschichte von den Grenzen unserer Liebesfähigkeit. Aber nicht ohne einiges Tröstliche.


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    Gerd Schimansky

    Das Leben kann gelingen, 1985, Hilft mir der Glaube?

    Dieser Untertitel wirft die Frage auf: Wie denn nun aber? Wie könnte diese Hilfe wohl aussehen? Und auch: Was heißt denn nun gelingen? Kann man sein Leben etwa "in den Griff kriegen", so dass es nun ganz in Ordnung kommt?

    In einer Predigt hieß es: "Ein Christ lebt glücklich und vertrauend und hat Schwierigkeiten ohne Ende". Nicht das glatt ablaufende Leben ist das gelingende Leben. Aber eines, das den Brückenschlag zu Gott hin wagt. Bei solch einem Versuch kann sich Gott als der Brückenbauer erweisen. Unser Gebet aber antwortet ihm. Wenn ich schwach bin, klingt mir das Wort entgegen: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig (2. Korinther 12, 9). Gott kann - diese Zuversicht entartet oft in ein "Gott muss".

    Dass Er mich kennt und beim Namen nennt, darauf kann sich eine wetterbeständige Zuversicht gründen. Und auch ein gut begründetes Selbstgefühl. So in Matthias Claudius` Vers "Ich danke Gott und freue mich, wie `s Kind zur Weihnachtsgabe, dass ich bin, bin und dass ich dich, schön menschlich Antlitz, habe".

    So kann man auch dem Alltag das Feiern entgegensetzen. "Der Mensch wird zum Tier, wenn er nie einen Sonntagsrock anhat", fand Friedrich der Große. Ja, man kann sich tierisch in seine Arbeit hineinfressen, ans Erfolghabenmüssen versklavt. Man findet vom Tun nicht mehr zum gelassenen Sein hin. Feiernd aber überschreitet der Mensch das allzu Festgelegte.

    "In dir ist Freude in allem Leide ..." Seit 400 Jahren haben Menschen dies gesungen. Sie suchten die Nähe dessen, der leidend und sterbend siegte.
    Gelingendes Leben kann sich auch angesichts des Todes bewähren, in der Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern der, der gesagt hat: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben" (Johannes 14, 19).


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    Gerd Schimansky

    Ist Glaube erlernbar?, 1986, Mit Kindern nach Gott fragen

    Mit Kindern nach Gott fragen. Ihnen nicht fertige Antworten nur so vorsetzen, sondern öfters auch fragen: "Was meinst du selbst, wie könnte das sein?"

    Glaube gehört in einen Lebenszusammenhang. Schon Kinder spüren, ob man in dem, was man sagt, auch lebt. Und so muss man den Mut auch zur Unvollständigkeit haben. "Weißt du, dies hier ist mir auch noch nicht ganz klar geworden, aber vielleicht lerne ich es noch".
    Einfühlung, Ermutigung und Humor, das gehört ins Glaubensgespräch. Nicht der gut lenkbare, sondern der entscheidungsfähige Mensch sollte ein Ziel der heutigen Erziehung sein.
    An vielen Beispielen wird das Miteinander bei der Glaubenssuche verdeutlicht.


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    Gerd Schimansky

    Geh aus, mein Herz, 1987

    "Geh aus, mein Herz, und suche Freud", diese Einladung Paul Gerhardts gilt nicht nur für die "liebe Sommerszeit" - immer will sie uns herausrufen, aus Gewohnheitstrott und innerer Verschlossenheit.
    Um ein geöffnetes Herz geht es. Um ein Vertrauen, das einem im Kummer so leicht verloren geht. Wie gut, wenn man noch oder wieder staunen kann.
    Es geht um die Vorfreude aufs ewige, man könnte sagen, das eigentliche Leben. Diese Vorfreude kann die oft arm erscheinende Wirklichkeit ein wenig erhellen.

    Dann könnte auch einmal im Geringen etwas Großes aufleuchten, im Tautropfen der Himmelsglanz. Albrecht Goes fand, dass "alles Offenbare sich vom Verborgenen ernährt".


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    Gerd Schimansky

    Vorurteile - wie man sie auf- und abbaut, 1989

    Vorurteile auch als Abschirmung? Zur Entlastung? Man erspart sich das Nachdenken, denn es steht ja fest: "Dieser Mensch, jene Gesinnung, so was kommt überhaupt nicht in Frage!" Aber solch ein Abschotten fordert auch seinen Preis: Man bleibt unselbständig, erstarrt, unbelehrbar, bringt sich ums unbefangene, offene und belebende Miteinander. So wirkt sich das grobe, das blindmachende Vorurteil aus.

    Doch kann es auch in feinerer Form wirken. Da wehrt sich, tief unbewusst, die eigene Wesensart gegen die eines anderen. Bin ich etwa von Ordnungsliebe ganz erfüllt, dann kommt mir die Unbekümmertheit des anderen gleich als Schlamperei vor. Vorurteile kommen nicht aus der Vernunft, man urteilt eben "aus dem Bauch heraus". Hinzu kommt natürlich die Umwelt, dieses "man" denkt, "man" fühlt, "man" lebt eben so und so.
    Wer schwimmt schon gern gegen den Strom? Aber man kann es trotzdem versuchen, kann Vorurteile abbauen, wohl nicht ganz, aber doch so, dass sie unser Miteinander nicht mehr gefährden.

    Dazu frage ich mich: Wie bin ich eigentlich selbst? Bin ich irgendwie festgelegt, steckt etwas Einseitiges in meinem Wesen? Das lässt sich nicht in einsamem Grübeln ergründen, dazu verhilft das Gespräch. Vielleicht merke ich, dass sich im anderen irgendetwas gegen mich wehrt - warum wohl? Auch lerne ich es allmählich, das Wesen des anderen zu erkennen. Wir sind verschieden - gut, aber damit können wir leben, können sogar ganz gut miteinander auskommen, achten die Andersart des anderen.

    Es sind viele kleine Schritte, die zur Befreiung aus dem Käfig der Vorurteile führen. Das Evangelium sagt uns, dass Gott allein jeden von uns kennt und - trotzdem - bejaht.
    "Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an", so heißt es schon im Alten Testament. Er sieht es mit dem Blick der Liebe an.
    Und da sollte ich zu Verurteilungen kommen, statt mich geduldiger, freundlicher, verstehender auf den anderen einzulassen?


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    Gerd Schimansky

    Alt und Jung, verstehen wir einander?, 1989

    Von älter werdenden und von alten Menschen ist die Rede, von den Gefahren und den Chancen des Altseins. Verschanzt man sich in dem, was früher war, verklärt man die "gute alte Zeit", oder öffnet man sich für das Neue? Wie könnte ein Brückenschlag zwischen Alt und Jung gelingen?

    In kurzen Erzählungen und einzelnen Betrachtungen finden sich Beispiele - für das beiderseitige Verstehen, aber auch für das aneinander Vorbeileben.
    Wie ist das, sieht ein Pfarrer das wirkliche Ich eines Vierzehnjährigen, das Straßen-Ich, oder nur das erwünschte Konfirmanden-Ich?

    Und die Großeltern, die heute öfters für die Eltern einspringen müssen - wie gehen sie mit den manchmal "unmanierlichen" Enkeln um? Verstehen sie deren manchmal verblüffende Fragen und suchen mit ihnen gemeinsam nach einer Antwort? Und wie ist es mit der Verwöhnung, mit den Grenzen der Freiheit?

    Ein gutes Miteinander, aber auch ein gutes Gegeneinander, beides will geübt sein, beides lässt sich erlernen. Und dabei kann einen das Wort eines Arztes ermutigen: "Einen Menschen lieben, heißt ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat". Mag sein, dass sich dieses Gottgemeinte nicht so recht erkennen lässt - Gott bejaht jeden von uns. Könnten wir das nicht auch versuchen?


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    Gerd Schimansky

    Das Glück des Lebens, 1990

    Ein Geschenkbuch zum Geburtstag - es lädt zur Entdeckerfreude des Herzens ein. Eine Fülle farbiger Bilder kann sie beleben. Wald und Küstenlandschaften, blumenpflückende Kinder, eine junge Flötenspielerin, Vogelflug und schäumende Gebirgsbäche, Sonnenauf- und Untergang.

    Die Texte dazu folgen Rainer Maria Rilkes Erfahrung, "wie viel Pracht in den kleinen Dingen ist, in irgendeiner Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt. Daran oder an der Feder eines Pfauen oder an der Schwinge einer Nebelkrähe kann man sich so innig freuen wie an einem großen Gebirge oder einem prächtigen Palast."

    Jeder Tag ist auch Gottes Tag. Und jeder Tag hat vielleicht auch, bei allen Sorgen, seine festliche Seite. Wie gut, wenn einem das Ja zum Leben gelingt, zum ganzen, zum schweren und zum schönen Leben. Eine heilsame Kunst, in allem Widrigen auch noch das halbwegs Erträgliche zu suchen und womöglich zu finden.

    "Ich hab` einmal gelesen", schrieb der alte Theodor Fontane, "man könnte das Glück auch lernen. Das hat mir gefallen."


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    Gerd Schimansky

    Der besiegte Tod, 1992

    "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", dazu lädt die Bibel ein. Der Tod als Lehrmeister? Matthias Claudius sah ihn so an. Sah ihn von Ostern her so an, von der Auferstehung her. Das Irdische wird nicht abgewertet, aber es verliert seine zu große Bedeutung.
    Der 78jährige Theodor Fontane schrieb: "Wenn es sich ums Sterben handelt, da hört das Renommieren auf". Eine Entlastung doch, wenn Ehrgeiz und Erfolgsdrang und - zwang in ihre Schranken gewiesen werden.

    Aber wie ist das nun, wir können uns das "Jenseits" doch so gar nicht vorstellen. Unsterblichkeit der Seele? Oder Teilhabe am göttlichen Leben? "Wir werden aber alle verwandelt werden" verhieß Paulus. Frei werden wir für das große Du Gottes, das lässt sich erhoffen. "Lass das Geheimnis zu dir ein" heißt es in einem Gedicht von Rudolf Alexander Schröder.

    Doch gibt es ja auch das abwinkende "Ach was - doch nur Vertröstung aufs Jenseits". Was darauf antworten? Oder auch die Frage: Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tode? Und wie ist es mit der Trauer, mit den Versuchen, Beistand zu leisten?

    Das Buch spricht von der Glaubensgewissheit, aber auch vom weit verbreiteten Zweifel, der auch den Glaubenden immer wieder befallen kann.


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    Gerd Schimansky

    Die Last und Lust, ein Christ zu sein, 1995,
    Evangelische Pfarrergestalten in der Literatur

    Aus Romanen, Novellen und Biografien wurden 54 ganz unterschiedliche Pfarrergestalten ausgewählt.
    Und da findet sich nun: Mutiges Bekennen, aber auch Zweifel an sich selbst und seinen Möglichkeiten, herrscherliches Patriarchentum wie auch schlichte Herzenswärme und heiter-versöhnliche Überlegenheit, erdrückende Rechtgläubigkeit wie auch Flucht ins unverbindlich Vage, daneben wieder überzeugende Gestalten, von Vertrauen und Dankbarkeit beseelt.
    Bischof Horst Hirschler sprach von einem "interessanten und vielschichtigen Pfarrers-spiegel".


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    Gerd Schimansky

    Glücksgewitter, 1995, Geschichten zwischen den Generationen

    Was bewegt junge Menschen? Etwa dann, wenn die Eltern sich getrennt haben.
    Da ist der Fünfzehnjährige, der seine Not überspielt und nach außen eine Fassade aufbaut.
    Da ist die Siebzehnjährige, die den fernen Vater sucht, sein Bild verklärt und sich von der Mutter innerlich entfernt.
    Da sucht ein Mädchen seinen Freund aus einer Sekte herauszuholen. Wer versteht ihn?

    Die 16 Kurzgeschichten sind so angelegt, dass nicht alle Linien ausgezogen werden. Mancher Faden mag sich beim Lesen oder hinterher weiterspinnen.
    Und oft geht es um die Frage: Wie lässt sich die Auseinandersetzung mit dem Andersar-tigen beleben? Es geht um lebendige Wahrnehmung. Und darum, dass Verschiedenheit nicht trennend wirken muss. Dass man einander bejaht.


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    Gerd Schimansky

    Dänischer Frühling, 2000

    Nach schweren Erlebnissen an der zusammenbrechenden Ostfront kommt ein junger Leutnant ins Lazarett nach Dänemark. Jetzt, 1945, regt sich die dänische Widerstands-bewegung immer spürbarer. Dem langsam Genesenden geht auf, dass der Krieg verloren ist. Und ebenso erkennt er jetzt das Verbrecherische der Hitlerherrschaft. Er löst sich von diesem Ungeist.

    Aber wohin nun? Durch eine junge Dänin, die Christin ist, erschließt sich ihm der Zugang zur Kirche. Aber - das erfährt er allmählich: ihr Freund ist ein sehr aktiver Widerstandskämpfer. Wie soll er sich jetzt verhalten?


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    Gerd Schimansky

    Befreit leben, 2000

    Was uns unfrei macht. Wie kann sich das Angebot des Evangeliums auswirken? Welche Schritte könnten in Richtung Freiheit führen? Eine Fülle von Alltagserfahrungen lädt zum Nachdenken ein. Freiheit - wie viel Raum braucht sie, und wo wird sie heilsam begrenzt? Da geht es auch um Selbsterkenntnis: Wie ist das, wirkt mein Leben einengend oder befreiend? Wo mache ich mir womöglich selber etwas vor?

    Es geht um eine innere Horizonterweiterung. Und dabei richtet sich der Blick immer einmal auf das Ende, auf das Ziel unseres Lebens. Wie wird sich mein Leben im Lichte der Wahrheit ausnehmen? Diese Wahrheit wird uns frei machen, lädt uns zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes ein. Ja, "die Freiheit wird deinen Geist jauchzend empfangen", so verhieß es Dietrich Bonhoeffer.


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    Gerd Schimansky

    (Pseudonym "Tanja Millberg") Die Großen lachen mit Gott, 2001

    Der Gerd Schimansky schrieb den Text. Tanja hat den Verlag verhext - eine ferne Fee, die keiner kennt. Ihr sei `s gegönnt. - Der eigentliche Titel des Buches heißt: Gott ist jünger - nach dem Wort Augustins: "Gott ist jünger als sie alle".

    Von den Propheten des Alten Testaments bis in unsere Zeit werden 32 ganz unterschiedliche Glaubenszeugen in Erinnerung gerufen.
    Solche von unbedingter Kirchentreue wie auch ganz eigenständige, mystisch Bewegte; Sittenwächter wie auch humorvoll über die Stränge Schlagende. An denkmalsähnlich Verehrten tritt manchmal menschlich - allzu Menschliches befreiend hervor. Und so kommen sie einem näher. So viele Weisen des Frommseins - ein großer Reichtum. Ein Hinweis auch auf Gottes immer neu schaffende Kraft und Fülle.


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    Gerd Schimansky

    Ganz erfrischend, dieser Kirchenschlaf, 2007, Aufbruchsgeschichten

    "Vadder, du bist schwer in Ordnung, aber dir fehlt manchmal so'n bisschen Feuer untern Frack", so ein 16jähriger Pastorensohn zu seinem etwas träumerischen Vater. Auf diesen Ton ist ihr Umgang gestimmt - ein gutes Gegeneinander, ein gutes Miteinander. So die Titelgeschichte. Um unterschiedliche Weisen des Frommseins geht es auch in den anderen vier Geschichten.
    So im Streit einer ganz in der Musik lebenden Kantorin mit einem allzu nüchternen Mathematiklehrer.
    Schwer auch tut sich ein alter Konsistorialrat mit seinen Neffen, die, wie er meint, "wie wilde Tiere aufwachsen".
    Eine alte Pfarrfrau ist entsetzt über ihre Schwiegertochter, die, obwohl nun selber Pfarrfrau, durch und durch Künstlerin ist und in diesem Stil lebt. Bis einer der Enkel herausbekommt, dass die Großmutter als Siebzehnjährige selber "eine ganz wilde Hummel" gewesen ist.
    Und dann geht es um vermeintliche "Botschaften von drüben" - ein Verstorbener hat vorausgesagt, dass er nach seinem Tod noch einmal erscheinen wird. Ist das zu glauben? Wie unterschiedlich die Erwartungen oder Nicht-erwartungen der Hinterbliebenen …

    Das Aufbrechen von Erstarrtem, mancher Aufbruch zu Neuem hin - auf diesen Ton sind diese "Aufbruchsgeschichten" gestimmt.


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    Gerd Schimansky

    CHRISTLICHES ABC - HEUTE UND MORGEN, 1978-2000,
    41 Artikel u.a.:

  • Was ist der Mensch?
  • Unsichtbare Mächte - Jenseitiges?
  • Tugenden - was sie kosten und was sie hergeben
  • Mehr Mut zur Phantasie
  • Der Krieg in der Dichtung
  • Macht und Ohnmacht des Gewissens
  • Homosexualität als Thema in neuerer Dichtung
  • Krankheit, Krise und Kunst
  • Gott in der Geschichte?

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    Unveröffentlichte Manuskripte als PDF-Bücherei alphabetisch nach Titeln:
    Anfragen bitte an hanschristoph.schimansky@googlemail.com.

  • Aus der Schule geplaudert, Lehrergestalten aus zwei Jahrhunderten
  • Bremsklötze weg!, Aber nun - wohin? Kein Brückenbau möglich?
  • Das wäre das Wahre, Befreiung vom Schein-Vertrauen zum Sein
  • Der Buchstabe a sah aus wie Napoleon, Mit Kindern die Welt entdecken,
       Versuche dazu finden sich in 29 Geschichten und Betrachtungen
  • Der Horizont weitet sich: Hoffnung
  • Des Lebens raue Zärtlichkeit, Von der Komik auch des Verqueren
  • Ein Kerker oder ein Balkon?, Vom Älterwerden
  • Er ist das Ja, Gedichte am Rande der Bibel
  • Erkundungsversuche, Zwischen Wunschwelt, Wirklichkeit und Wahrheit
  • Fließt die Quelle noch?, Heimatgeschichten
  • Glatzenglück und anderes Erbauliche, Gedichte
  • Glaube und Zeitgeist, Ihr Mit- und Gegeneinander in fünf Jahrhunderten
  • Gottesferne-Gottesnähe, Was Dichter fragen und bekennen
  • Gratwanderung, Zwischen Zweifel und Zuversicht
  • Grenzerfahrungen
  • Ich verachte Sie, meine Damen
  • Karpatentraum, Musste ich schießen?, Kleine Geschichten aus "großer" Zeit
  • Können Tiger auch lachen?, Der Kriminalrat und die Kinder
  • Liebe im Hitlerreich, Geliebte Feindin. Wer kann uns scheiden?,
       Zwei Erzählungen über die Auswirkungen des Rassenwahns
  • Lockert sich der Seelenpanzer?, Die allzu Flotte und der allzu Fromme,
       Geschichten vom Mit- und Gegeneinander
  • Mehr Glanz oder mehr Elend?, Anfrage an drei Jahrhunderte
  • Mit irdischen Wagen, unirdischen Pferden,
       Grenzerfahrungen - Ahnungen, Träume und Visionen
  • Nationalsozialist und Christ?, 2 Schicksale
  • Pferdefuß und Engelsflügel, Streit- und Versöhnungsgeschichten
  • Probleme sind wasserlöslich, Kleine Chronik recht brauchbarer Konflikte
  • Sanfter Sieg über Nachtgespenster, Ein bisschen verrückt? Gratuliere!,
       Geschichten vom Verlieren und Gewinnen
  • Sei sanft, Mississippi, In amerikanischer Gefangenschaft
  • Sichtbesserung, Sich selbst und andere besser verstehen
  • Spurensuche, Eine Jugend an der Bernsteinküste
  • Über den Tod hinaus, Ängste, Träume, Visionen und eine Zuversicht
  • Von der Bravheit zur Beherztheit, Wie sich Frömmigkeit wandelt
  • Was mehr ist als alle Erfolge, Vom Umgang mit Verlusten
  • Wenn die Sprache Atem schöpft, Freude am Wort
  • Wenn Frauen vorangehen,
       Widerstände und ihre Überwindung, Stimmen und Gestalten
  • Wer zuletzt lacht, Entsorger, Befreier, Brückenbauer: der Humor
  • Wie reist man auf dem Abstellgleis?
  • Wo wohnen die Gebete?, "Papa, wie geht eigentlich das Leben?",
       Kinder entdecken Gott und die Welt
  • Worauf ist Verlass, Erlebnisse - Erfahrungen - Entscheidungen


  • Gerd Schimansky

    Aus der Schule geplaudert, Lehrergestalten aus zwei Jahrhunderten

    Ausgediente Soldaten, Schweinehirten, aber auch mal eine bibelkundige Magd, sie wurden im 18. Jahrhundert als kaum besoldete "Schulhalter" eingestellt. Manche hofften das Lesen und Schreiben noch zu lernen. Im übrigen bläuten sie den Kindern den Katechismus ein.
    "Sauertöpfe voll Kinderbeize", klagte der Dichter Jean Paul, "lebendige Ekelkuren für Kleine". Stattdessen sollten sie doch "Freuden- und Spielmeister" sein.
    Erst allmählich dämmerte es. Heinrich Pestalozzi konnte als segensreicher Anreger wirken. Vorherrschend allerdings blieb ein einengender Drill mit unerbittlichem Prügeln. Einzelne Lehrergestalten nur hoben sich vor diesem grauen Hintergrund erfreulich ab, kamen den Schülern nahe, hatten auch Sinn für Humor - "hinter grämlichen Gesichtern doch ein recht munterer Geist", so erinnerte sich ein früherer Schüler an sein Gymnasium, das er um 1810 besuchte. Im ganzen aber herrschte, besonders in Preußen, eine militärähnliche Strammheit, es mussten ja "Untertanen" herangezüchtet werden, und da konnte sich die Grausamkeit mancher Lehrer austoben. Aber auch Schüler konnten hie und da einen Lehrer "fertigmachen".
    Es folgten die braune Weltanschauungsschule, im Osten dann die rote. Aber auch hier gab es vereinzelt Lehrer, die innerlich frei blieben und auch befreiend wirkten. Und es bestätigte sich, was Theodor Heuß erfahren und erkannt hatte: "Was die Lehrer uns vor langer Zeit einmal beigebracht haben, das haben wir weithin vergessen. Behalten aber haben wir, wer die waren." Eine beglückende Einsicht: der Mensch bewirkt mehr als irgendein System, als das nur Verordnete.
    Und dies bezeugen die 36 Geschichten, Erinnerungen und Betrachtungen, die in dem Buch versammelt sind.


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    Gerd Schimansky

    Bremsklötze weg!, Aber nun - wohin? Kein Brückenbau möglich?
    Glaubensgespräche

    Gespräche über den Glauben - Streitgespräche. Zwischen "gestandenen" Christen, die am Überlieferten nicht rühren lassen, und Jüngeren, Fragenden, die nach vorwärts drängen. Aber eben, da gibt es "Bremsklötze".
    Allerdings - wer sie beiseite räumen will, der muss sich fragen lassen: "Aber nun - wohin?" Welches ist das Ziel, dem man sich - auch auf unterschiedlichen Wegen - nähern könnte?
    Ein Priester und ein evangelischer Vikar äußern sich zu der Frage: Was mir an der anderen Kirche gefällt. Aber auch eine Muslimin kommt zu Wort. Zum Streitgespräch erscheinen gelegentlich recht aufsässige junge Menschen. Und manchmal fliegen die Fetzen. "Ist Gott brauchbar?", so wird gefragt. "Befreit der Glaube?"
    Wird Gott verehrt, oder wird er vereinnahmt, eben für ein Gottesbild, das der Zeitgeist entwirft? "Sünde", "Gericht", "Verdammnis", - können einem die ferngerückten Begriffe auch heute noch etwas sagen?
    Frère Roger, der Prior der Bruderschaft von Taizé, gab den versöhnlichen Rat: "Halte ich an das Wenige im Evangelium, was du verstehst. Aber darin lebe auch!"
    Auf diesen - mitunter auch heiteren - Ton sind diese Streitgespräche gestimmt.


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    Gerd Schimansky

    Das wäre das Wahre, Befreiung vom Schein-Vertrauen zum Sein

    Zwischen träumerischer Selbsttäuschung und zielbewusster Lüge, zwischen einander widerstreitenden Seelenregungen, zwischen Wunschdenken, angstvoll verzerrter Wahrnehmung und dem Mut zur Wirklichkeit - wie soll das Wahre da "ans Licht kommen"? "Die Wahrheit wird euch frei machen", so verheißt es Jesus. Und dieser Befreiung lässt sich durch eigene Befreiungsversuche schon etwas der Weg bereiten.
    Da sucht man einengende Vorurteile zu überwinden, sich unbequemen Regungen des Gewissens zu öffnen, aus dem eigenen so unzulänglichen Ich nicht in ein Schein- Ich auszuweichen. Und dabei kann es einem Rückhalt geben, kann einen aufrichten, ja aufrichtiger machen, dass Gott uns kennt, uns beim Namen nennt und bejaht. In dieser Zuversicht könnte man etwas freier atmen. Und wird man so nicht auch gesprächsfähiger? Denn wenn mir die eigene Unzulänglichkeit vor Augen steht, werde ich den anderen nicht so leicht überfordern, durch Besserwisserei, durch Ermahnungen - statt ihn unauffällig zu ermutigen.
    Zu kleinen Schritten in diese Richtung lädt das Buch ein und schlägt als Wegbegleiter auch den Humor vor.


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    Gerd Schimansky

    Der Buchstabe a sah aus wie Napoleon, Mit Kindern die Welt entdecken,
    Versuche dazu finden sich in 29 Geschichten und Betrachtungen

    Wie war es früher, als Kinder viel strenger angefasst wurden: setzten sich ihr Einfallsreichtum und ihre Entdeckerfreude nicht auch damals durch? Eine Urenkelin der Kaiserin Maria Theresia, die Fürstin Lichnowsky, erlebte als Vierjährige die Kühe so: "Die Hörner sind das einzige, was sie zu Tieren macht, sonst wären sie Heilige".
    Und auch die Buchstaben, die so schwer zu schreiben sind - langweilig sind sie nicht. "Einige machen Grimassen", andere tun so empört mit ihren runden Armbewegungen, einige seufzen, wieder andere halten sich aufrecht auf winzigen Schlittschuhen, und "das kleine a steckt eine Hand in die Brusttasche wie Napoleon."
    Drei Waisenkinder entdecken gleich hinter dem Garten hinterm Gebüsch ein Meer und darin die Insel "Ombuwa" mit Schloss und Festung und Hafen, mit Kirche, Rathaus und Keksfabrik, nur per Schiff zu erreichen. Und sie erfinden eine eigene Sprache: Wotokü. Vor der Tante blieb das alles geheim.
    Alles lebt, auch die Gebete, so erfuhr es Astrid Lindgren, sie wohnen hinter dem Holzschuppen, wandeln fromm auf einem schmalen Pfad zu den Walderdbeeren und zur Quelle hin.
    Kinder sind eben kleine Philosophen, machen sich so ihre Gedanken über Gott und die Welt. Wie belebend, das Gespräch mit ihnen! Und ihr Beitrag zum Entdecken der Welt und der unsere, sie gehören zusammen.


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    Gerd Schimansky

    Der Horizont weitet sich: Hoffnung

    Kann man leben ganz ohne Hoffnung? Es gibt so viele Enttäuschungen. "Warum mir das?" fragt man sich wohl. Auch Kinder leiden schon unter Verlusten, unerfüllten Wünschen. Aber sie rappeln sich schneller auf. Ihnen kommen neue Einfälle, sie sehen das Leben mit Entdeckerblick.
    Jahre folgen dann voller Zweifel, manchmal in innerer Zerrissenheit. Was soll das alles? Gibt es irgendein gültiges, ein bleibendes Ziel?
    "Aber wenn wir ja doch alle sterben müssen, hat das Leben dann überhaupt noch einen Sinn?" fragte ein Siebzehnjähriger.
    Und doch kann man einen neuen Blick gewinnen, kann der Horizont sich aufhellen. Man starrt nicht mehr zurück. Man lernt es, mit Verlusten und Niederlagen zu leben. Man traut Gott etwas zu, traut ihm zu, dass er seine Verheißungen erfüllt, trotz vieler unerfüllter Wünsche, wie Dietrich Bonhoeffer fand, der seiner Hinrichtung - wenn auch immer wieder verzweifelnd - doch getrost entgegenging.
    Wie aber ist unser doch soviel harmloserer Alltag beschaffen? Wie mit seinen Nöten umgehen, wie mit lähmenden Gewohnheiten, mit Langeweile fertig werden? Wie sich in der Reizüberflutung, im Stimmengewirr der vielen Angebote noch zurechtfinden und den eigenen Weg freikämpfen? Und zwischendurch womöglich auch Freude am Dasein gewinnen? Das Evangelium bietet uns sein Geleit an.


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    Gerd Schimansky

    Des Lebens raue Zärtlichkeit, Von der Komik auch des Verqueren

    "Wer ohne Narrheit lebt, ist nicht so weise, wie er glaubt", fand La Rochefoucould vor 300 Jahren. Und im Dreißigjährigen Krieg, dessen ganzes Elend Grimmelshausen in seinem "Abenteuerlichen Simplicissimus" schildert, wagt er den Leitspruch: "Es hat mir so wollen behagen, mit Lachen die Wahrheit zu sagen."
    Lässt sich das nicht auch gegenüber den Misslichkeiten und Pannen unseres Alltags versuchen? Besser doch als der Dauer-Ärger, das Drauflosschimpfen.
    Oder gibt es auch befreiende Wutausbrüche? Dem Schriftsteller Erich Kästner gelang es, Wut in Komik umzusetzen.
    Und der "Galgenhumor"? Schießt wohl mit etwas zu großem Kaliber, wenn es um den alltäglichen Verdruss geht. Da genügt doch so eine Berliner Redensart: "Et jinge, aber et jeht nich!" Nein, es geht wirklich nicht, die Falten aus dem Gesicht wegzukriegen.
    In Thomas Manns Roman "Doktor Faustus" beobachtet eine bayerische Bäuerin, wie so eine vornehme Dame aus der Stadt "g'schamig" worden ist, weil "die Backen magern und der Hals sich mergelt und es auch mit di Zähne nix mehr is. Oder sind's die Haar, die das Kreuz machen und die Schand?" Andere Damen, "denen macht es nichts und arrangieren sich damit. Die werden bloß schelmisch auf die Läng, mit weiße Ohrlocken, net wahr." Ach ja, die feinen Herrschaften haben es da schwer. Und auch alle, die immer "etwas darstellen" wollen.
    Und wie ist das so, wenn in heftigem Streit mal "die Fetzen fliegen"? Hilft dann ein unbeteiligter, ein ganz trockener Tonfall? Alfred Polgar riet dazu. Und Wolf Biermann warnte: "Die allzu hart sind, brechen,/ Die allzu spitz sind, stechen/ Und brechen ab sogleich".
    Und wie ist das, wenn man ausgelacht wird - kann man das "einfach wegstecken"? Ja, kann man über diese Blamage schließlich nicht auch selber lachen?
    In zwanzig Geschichten und Betrachtungen geht es um diese "raue Zärtlichkeit", mit der das Leben einen zwickt. Einen vielleicht auch auf die Probe stellt?


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    Gerd Schimansky

    Ein Kerker oder ein Balkon?, Vom Älterwerden

    Es gibt so gute Ratgeber, die nicht einfach "Kopf hoch" rufen. Sie stellen sich der Wirklichkeit, laden auch uns dazu ein. Das Dunkel wird nicht ausgespart und doch hier und da erhellt. So die Bibel. Aber auch bei Goethe, mehr noch bei seiner Mutter erlebt man etwas von dieser befreienden Lebenskunst. Auch Eichendorff, Gottfried Keller, Theodor Fontane lassen einen nicht im Stich.
    Friedrich Nietzsche, Tolstoi, Heinrich Wolfgang Seidel, Hermann Hesse, John Steinbeck und Siegbert Stehmann, sie alle können einen hie und da gegen den "Winter des Herzens" schützen, können zum Einfallsreichtum und zur Heiterkeit etwas beitragen. So stellt man sich eher den Herausforderungen des Alters, dem Leid, der Schwermut, der Einsamkeit. Immer führt der Weg vom Nein zum Ja, führt aus dem Kerker ins Offene, eben zum Balkon.


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    Gerd Schimansky

    Er ist das Ja, Gedichte am Rande der Bibel

    "Kein Versuch zu einer Textauslegung, nur etwas von dem inneren Widerhall, den Bibelworte auslösen können" - auf diesen Ton sind die Gedichte gestimmt.
    Der Prior von Taizé Frère Roger riet ja: "Halte dich an das Wenige im Evangelium, das du verstehst. Aber darin lebe auch". Versuche also, etwas von der Frohen Botschaft einzuatmen. Und dazu gehört das Wort Jesu "Werdet wie die Kinder …" - "Mit ihren Augen/die Welt/noch einmal entdecken./Ganz neu wird sie sein/und/ganz voller Wunder", so einer dieser Versuche.
    Aber auch im Alter mag gelten: "Sei doch mit/dir selber einverstanden./ Kannst nicht mehr/bei den Gewinnern sein./Mehr als alles Tun/gilt unser Sein,/gilt des Ewigen Stimme:/Du bist mein!"
    Und auch nach dem Rätselhaften, Unfassbaren, Zerstörerischen wird gefragt. Ebenso nach den Engeln. Und die Hoffnung regt sich: "Wenn/die Betenden denken/und/die Denkenden beten würden./Das/wäre das Wahre."
    Auch Dank für Errettung und Bewahrung klingt an.
    Diese Gedichte sind auf einen leisen Ton gestimmt.


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    Gerd Schimansky

    Erkundungsversuche, Zwischen Wunschwelt, Wirklichkeit und Wahrheit

    Erfahrungen macht man nur unterwegs. Und weitaus mehr als früher ist man ja heute "auf Achse". Zu Hause aber rückt einem die Welt durch Rundfunk und Fernsehen auf den Leib.
    Bleibt noch Zeit, sich ein ruhiges Urteil zu bilden? Und gibt es in dem vielen Durch- und Gegeneinander auch etwas Gültiges, uns alle Verbindendes? So dass sich hinter mancher Wunschwelt und in einer schwer überschaubaren Wirklichkeit doch so etwas wie "das Wahre" erahnen lässt? Dazu gehört ein befreiter Blick, möglichst befreit von Ängsten, vom Wunschdenken, von Vorurteilen.
    Wie komme ich mit mir selber zurecht? Bin ich gesprächsfähig? Lernbereit? Erkenne ich meine Grenzen? Und worauf gründet sich mein Selbstgefühl? Hoffentlich nicht darauf, dass ich Erfolg habe. Der kann ausbleiben, auch ohne mein Verschulden.
    All diese Versuche, mit sich selber ins Reine zu kommen, brauchen eines: das Innehalten, das ganz gesammelte Nachsinnen, bei dem mir auch Vergessenes, Verdrängtes wieder bewusst werden kann. Und vielleicht erkenne und bejahe ich jetzt auch ein wirklich überzeugendes Ziel, kein zu hohes, ein erreichbares Ziel. Und dies nicht, um irgendjemand zu übertrumpfen.
    Wie befreiend, wenn über all solchen Bemühungen eine Zuversicht aufleuchtete: Gott liebt jeden von uns. Wir sind ihm etwas wert. Und deshalb brauche ich mir meinen Wert nicht mehr selber zu bescheinigen.


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    Gerd Schimansky

    Fließt die Quelle noch?, Heimatgeschichten

    Suche nach Heimat, nach dem Land der Kindheit, das 1945 so viele verlassen mussten - in Träumen kehrt es wieder. Und gelangt man doch noch einmal dorthin: Was ist noch so wie früher? Fließt die Quelle noch, fließen all die Brunnen, die ein altgewordener Wünschelrutengänger und Brunnenbauer einst erschlossen hat?
    Aber die verlorene Heimat kann einem auch in Gestalt eines ganz von ihr geprägten Menschen wieder begegnen. Und wie kostbar kann einem ein an sich gar nicht so wertvoller Gegenstand werden, den man beim Aufbruch gerade noch mitgerafft hat. Wie gut, wenn es einem gelingt, schmerzenden Erinnerungen auch belebende, leuchtende entgegen zu setzen. Und vielleicht gönnt man sogar den neuen Bewohnern das Land.
    Vertriebene sind ja auch sie, wenn sie aus der Ukraine nun eben nach Ostpreußen umgesiedelt wurden.
    Schicksalsgemeinschaft verbindet sie mit uns. Überhaupt, Gemeinschaft - man ist da zu Hause, wo man sich verstanden fühlt. Und die Sehnsucht danach hört bei manchen Menschen nie auf. Dazugehören wollen sie, irgendeine Geborgenheit empfangen.
    Nicht nur Heimat haben, sondern auch Heimat stiften, das gehört zu einem sinnerfüllten Leben.
    Davon ist in diesen zehn Erzählungen und Betrachtungen die Rede.


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    Gerd Schimansky

    Glatzenglück und anderes Erbauliche, Gedichte

    "Auch auf Glatzen Locken drehen", dazu ermutigte Goethes Freund, der Komponist Zelter. Und den Versuch dazu könnte man wagen.
    Wie wär's, wenn man so die Misslichkeiten des Alltags auch mal unter die zuversichtliche Lupe nähme. Da heißt es doch so oft "Früher war alles besser". Oder da zeigen sich die ersten Falten im Gesicht. - Könnten nicht auch Lachfalten daraus werden? Da sind Kinder, die uns zeigen wollen, "was Sache ist". So manches lässt sich im langweilig erscheinenden Trott entdecken, das munter aufblitzt.
    Was steckt denn hinter so manchem Gehabe? Etwa dem eines Tugendbolds? Ach, und beim Zahnarzt - könnte man nicht diesen unverschämten Schmerz auch mal ernstlich zur Rede stellen? Oder auch mal mit einer Kuh, einem Pferd, einem Vogel, einem Hündchen ins Gespräch kommen?
    Und auch - mit sich selbst: Mache ich mir nicht manchmal etwas vor? Wer bin ich wirklich? Ja und die Ängste, das Gruseln - gilt das russische Sprichwort: "Man muss der Furcht ins Auge sehen, und sie wird zwinkern"?
    Und was war denn an Hitlers Ersatz-Religion so verrückt? Dass dieser Schmieren- komödiant doch so verheerend wirken konnte …
    Aber auch als Christ fragt man sich nach so manchem, was nicht stimmt, bei einem selbst nicht stimmt, bleibt aber dabei nicht stehen, denn "Gelobt sei der Tag, und gelobt sei die Nacht - zum Teufel der Trott und die Sorgen! Nichts Neues in Sicht? Das wär' ja gelacht, schon regt sich taufunkelnd der Morgen."


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    Gerd Schimansky

    Glaube und Zeitgeist, Ihr Mit- und Gegeneinander in fünf Jahrhunderten

    Dass es eine alles überwölbende Ordnung gäbe, war die Zuversicht des Mittelalters. Wie aber nun, als sie zerbrach, als Kaiser und Papst miteinander stritten? Man lebte damals noch ganz im "Wir". Überlieferung war alles.
    Aber dann wurde das "Ich" entdeckt. Schöpferisch, aber auch in eigentümlicher Ratlosigkeit. Immer suchte man auch einen Rückhalt.
    Was galt denn nun jeweils? Das Bild Gottes wandelte sich, auch das Christusbild. War er der Allgewaltige, der alles lenkte? Pest und Kriege und Hungersnöte, waren sie Strafen für unsere Sünden? Christus wurde nun als der Leidende entdeckt, für uns und mit uns leidend. Und mehr und mehr sucht sich der Einzelne "seinen" Gott, legte die Bibel ganz nach eigenem Ermessen aus. Oder wandte sich ganz von ihr ab.
    Doch kamen Ersatz-Religionen auf. Der Nationalismus, zum Nationalsozialismus entartet, fand viele Gläubige.
    In der Erziehung kam das Recht des Kindes nur sehr langsam zu Geltung, wird bis heute nicht voll beachtet.
    Aber auch eine heilsam einschränkende Ordnung fehlt weithin. Und auch die Bereit- schaft, sich zu irgendetwas zu verpflichten, die Fähigkeit, auch zu verzichten.
    So hat jede Zeit ihren Geist oder Ungeist. Und jeder von uns war und ist, bei aller Eigenständigkeit, doch auch "Kind seiner Zeit". Erkennt man die Bedingtheit des Daseins, die oft unbewusste Abhängigkeit eines Jeden von Umständen und Einflüssen, dann sucht man mehr zu verstehen, statt zu urteilen.
    Eine Sehnsucht nach der "guten alten Zeit" wertet das Heute oft ab. Andrerseits lässt man Überlieferungen kaum noch gelten. Man könnte sich aber fragen: "Was war früher gut?" und: "Was ist heute gut?"
    Dazu lädt dieses Buch ein.


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    Gerd Schimansky

    Gottesferne-Gottesnähe, Was Dichter fragen und bekennen

    Von Goethe bis heute - die Frage nach Gott, die Frage auch nach dem Ewigen, dem Lebensspendenden allgemein klingt in der Dichtung immer wieder an.
    38 Dichter - und natürlich Dichterinnen - finden auf ganz unterschiedlichen Wegen zu manchem Ja und manchem Nein.
    Da gibt es ein belebendes Ja zum Überlieferten. "Das alte Wahre, fass es an", dazu riet Goethe. Lass es also nicht einfach auf sich beruhen, sondern setz dich damit beherzt auseinander. Und dies in der Dichtung, die ja - gleichfalls Goethe - "Sprache des Unaussprechlichen" ist, nicht Lehre, nicht etwa gereimte Theologie oder in Verse gebrachte Rechtgläubigkeit, sondern Gestaltung. Sie sucht das heilige Gottesgeheimnis nicht gedanklich aufzulösen, sondern vertieft es eher, bringt es zum Leuchten.
    Und dies kann, wie Rainer Maria Rilke es bekannte, "unter hundert Auflehnungen" geschehen. Und im Angesicht einer unheilbar scheinenden Welt. Oder gibt es doch Hoffnung? Und lässt sich die stumm erscheinende Schöpfung nicht doch zum Sprechen bringen?
    Aber wie, wie bloß kann man so etwas wie Gottesnähe erfahren, wo er doch so unerreichbar fern ist? Aus Ehrfurcht mag mancher verstummt sein, statt vorlaut von Gott zu reden.
    Und wenn der Tod unser Leben überschattet?
    Das Dichterwort ist kein erlösendes Wort, kann aber zum lösenden Wort werden. "Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide", so wiederum Goethe. Ein Heimweh nach Gott gibt es, das nicht nach Hause führt, aber doch das Herz öffnet, es empfänglich bleiben lässt. Und selbst wer den Heimweg kennt, kann doch mit Rudolf Alexander Schröder sagen: "Begreife, wer begreifen kann. Wir knien im Staub, wir beten an."


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    Gerd Schimansky

    Gratwanderung, Zwischen Zweifel und Zuversicht

    Kinder fragen nach Gott. Und sie finden auch ihre eigenen Antworten. Graben sie da ein Loch in den Garten. So tief, dass es schon an die Hölle heranreichen muss. "Du, der Teufel, der guckt da von unten!" - "Aber Gott, du, der guckt von oben, der sieht uns viel besser." Ihr Vertrauen lässt sich nicht erschüttern. Aber es kommen bald auch bange Fragen. So auch nach dem Tod.
    Früher glaubten auch die Erwachsenen mehr "nach Vorschrift". Und Zweifel wurden unterdrückt. Das kam dem Glauben nicht zugute. Ein zweifelsfreier Glaube kann eng und starr werden. Er verweigert sich der Wirklichkeit, oder legt sie sich so zurecht, dass sie zu diesem Glauben passt.
    Nein, "der Glaube hat den Augenschein gegen sich", fand Martin Luther. Wer Gott ist, das lässt sich nicht am Weltgeschehen oder an unserem persönlichen Ergehen ablesen. Zu widerspruchsvoll, zu verwirrend ist vieles, was geschieht.
    Aber dann auch wieder dieser wunderbare Fortbestand der Erde, trotz kosmischer Katastrophen und Gefährdungen …
    Ja, es ist eine Gratwanderung zwischen Zweifel und Zuversicht. Und der Zweifel muss nicht das letzte Wort behalten.


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    Gerd Schimansky

    Karpatentraum, Musste ich schießen?, Kleine Geschichten aus "großer" Zeit

    Eine Zehnjährige kommt - in der Nazizeit - in eine "Jungmädel"gruppe. Sie ist ängstlich, aber ein alter Sportlehrer sucht sie zu "stählen".
    Sieben Angehörige einer verbotenen Pfadfindergruppe finden sich heimlich zusammen, zu einer Karpatenfahrt. Einer von ihnen ist ein "Dreivierteljude". Er weiß, dass er keine Zukunft hat. In seiner durch Lustigkeit getarnten Verzweiflung sucht er das Abenteuer oder gar - den Tod? Des Nachts unternimmt er eine gefährliche Kletterei in der Hohen Tatra. Aber er wird gerettet. Im Krieg kann er sich in Polen verstecken. Die alte Pfadfinderkameradschaft bewährt sich dann auch im Frieden.
    Im Polenfeldzug meint ein Soldat einen polnischen Freund wiederzuerkennen. Ist er es wirklich? Sechs Jahre lang haben sie sich nicht gesehen. Kann er, darf er nun schießen? Ein anderer deutscher Soldat, Vierteljude, verliebt sich in ein ukrainisches Mädchen, das sich im Wald versteckt hat. Sie ist Jüdin.
    Eine ehemalige Konfirmandin bekämpft ihren Pfarrer. Einige Konfirmanden wollen mit der Bibel Fußball spielen. Wie kommt es zu dieser Kirchenfeindschaft?
    Ein "kleiner Mann" wagt es 1938, öffentlich für die Juden einzutreten, als die Synagogen schon brannten.
    Ja und dann nach 1945 die Auseinandersetzung zwischen einem Sohn und einem Vater, der seine Nazivergangenheit ableugnet ...
    Ein Buch zur Aufarbeitung unserer Vergangenheit.


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    Gerd Schimansky

    Können Tiger auch lachen?, Der Kriminalrat und die Kinder

    Im Kampf mit der Drogenkriminalität hat ein schon im Ruhestand lebender Kriminalrat besonders viele Erfahrungen mit jugendlichen Straftätern gesammelt. Er sucht die Hintergründe zu verstehen - wie und warum ist einer auf die schiefe Bahn geraten?
    Außerdem hat er, der sehr Humorvolle, die Kinder in sein Herz geschlossen, und sie hängen an ihm.
    Da er auch jetzt noch zeitweise im Drogenreferat mitarbeitet, bekommt er Drohbriefe von Drogenbossen und Dealern, kümmert sich aber nicht darum. Viel unternimmt er, um Spiel- und Erlebnisräume für Kinder zu schaffen, wirbt in seinen Vorträgen und Büchern um Verständnis, um eine Erziehung "vom Kinde her". In der Vollzugsanstalt für Jugendliche erreicht er es, dass sie mit anderen Altersgenossen gut besuchte Laienspiele aufführen dürfen, einmal sogar außerhalb der Anstalt an einem Waldrand Schillers "Räuber". Er verbürgt sich dafür, dass keiner "abhauen" würde. Aber es geschieht dennoch - ein nicht ungefährlicher Täter sucht das Weite. Nun gerät er in Verruf, als weltfremd, als einer, der mit seiner Weitherzigkeit und träumerischen Zuversicht die Jugend mehr schädigt als dass er ihr nützt.
    "Ganz hart durchgreifen", das sei das Gebot der Stunde. Er aber arbeitet in der Stille weiter, sucht junge Alkoholiker wieder auf die rechte Bahn zu bringen, führt lange Gespräche auch mit Kindern, über Gott und die Welt. Ja, die Gottesfrage bewegt auch ihn, in mancher - teils scherzhaften - Auseinandersetzung mit dem Pfarrer.
    Aber die Drohungen nehmen zu, unverhüllte Todesdrohungen sind es. Und eines Nachts wird er auch überfallen. Das Geschoss des Täters verfehlt ihn, aber sein Schuss verwundet den noch jungen Mann.
    Er setzt sich für den ins Krankenhaus Eingelieferten weiterhin ein, spricht versöhnlich und ermutigend mit dem Verzweifelten. Er bleibt ein Anwalt aller Gefährdeten. Und vor allem einer, an dem die Kinder vertrauensvoll hängen.
    Können nicht auch Tiger lachen, sind böse Menschen nur böse? Auch diese Frage
    bewegt sie und ihn.


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    Gerd Schimansky

    Liebe im Hitlerreich, Geliebte Feindin. Wer kann uns scheiden?,
    Zwei Erzählungen über die Auswirkungen des Rassenwahns

    Ein junger Angehöriger der Waffen-SS, ein träumerischer Idealist, in der romantischen "Wandervogelbewegung" aufgewachsen, muss es erleben, dass seine Freundin sich mehr und mehr von ihm entfernt - fort von diesem "braunen Götzendienst", hin zur Kirche, in eine ihm verstiegen erscheinende Frömmigkeit hinein. Schwer verwundet aus dem Krieg heimgekehrt, erfährt er, dass sie jetzt in der Schweiz lebt. So viele Jahre hindurch haben sie sich nicht mehr gesehen. Er selbst wirft sich seine Nazi-Vergangenheit schonungslos vor. Wie aber hatte sie sich wohl entwickelt? Endlich, endlich gibt es so etwas wie eine Versöhnung.
    In der zweiten Erzählung ist es eine Zwangsscheidung, die einen höheren Beamten von seiner jüdischen Frau trennt. Nun ist sie gefährdet. Die Ehe bot noch einen gewissen Schutz vor der Verschleppung in ein Lager. Noch gab es die "Endlösung" nicht, Gaskammern wurden erst nach dem Überfall auf Russland geplant. Schweren Herzens bringt der nun Geschiedene seine Frau in ihr Ferienhaus, im Wald an der Ostseeküste gelegen. Dort soll sie möglichst unbemerkt leben. Ein alter Fischer versorgt sie. Und er ist auch bereit, sie notfalls über die See nach Schweden zu bringen. Eine schwedische Einreisegenehmigung ist in Sicht.
    Unmittelbar vor Kriegsausbruch 1939 muss der geschiedene Ehemann zu einer Dienstreise in den fernen Osten aufbrechen. Eine Rückreise aber ist nicht mehr möglich. Jahrelang nun in einem englischen Lager, ohne Postverbindung nach Deutschland, erreichen ihn die Gerüchte von der beginnenden Ermordung der Juden. Hat sich seine Frau noch retten können? Auch nach Kriegsende, nach der Heimkehr und Freilassung kann er nur mühsam ermitteln, ob sie noch lebt. Langwierige Ermittlungen führen endlich zum Ziel.
    Sehr unterschiedlich die Einstellung der Menschen, an die er sich in seiner Not wendet. Was bewegte damals viele von uns? Hatten wirklich die allermeisten "nichts gewusst"? Und wenn sie es gewusst hätten …


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    Gerd Schimansky

    Lockert sich der Seelenpanzer?, Die allzu Flotte und der allzu Fromme,
    Geschichten vom Mit- und Gegeneinander

    Wie wahrt ein zartbesaiteter Schöngeist sein Überlegenheitsgefühl, sobald ihm beherzte Frauen begegnen? Wie übersteht es ein siegesgewisser "Strahlemann", dass er nach einer Panne ausgelacht wird? Und wie bekommt es einer jungen Frau von schlichter Herkunft, dass sie plötzlich "ganz oben" angelangt ist?
    Das Leben rückt manchmal etwas durch Komik zurecht. Dass man selber auch etwas komisch ist, erkennt man nicht so leicht. Hat man als alter Mensch seine Jugend vergessen und lebt nun an jungen Menschen vorbei, versteht sie nicht? - In der Hitlerzeit geriet man unter weltanschaulichen Druck. Oder ließ man sich blindlings begeistern? Und hinterher?
    In diesen Geschichten geht es um ein heilsames Festhalten am eigenen wahren Ich, manchmal auch um dessen Wiedergewinnung. Gibt es nicht einen befreienden Mut auch zur eigenen Unvollkommenheit?


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    Gerd Schimansky

    Mehr Glanz oder mehr Elend?, Anfrage an drei Jahrhunderte

    Allzu leicht sieht man das Damals von heute her, fragt kaum, was den Menschen damals möglich war, wie anders ihre Welt beschaffen war. - Jungsein unter Hitler - wer kann nachempfinden, wie sich die ständige weltanschauliche Impfung auswirkte, der schon Zehnjährige ausgesetzt waren.
    Und vorher dann das "wilhelminische Zeitalter" mit seinem Hurra-Patriotismus und der blinden Kriegsbegeisterung von 1914.
    Die Not der Nachkriegszeit, die völlige Verarmung. Immerhin, nun doch auch eine ganz ungewohnte Freiheit - nicht mehr Untertan sein, in der endlich erlangten Demokratie selber mit entscheiden können.
    Ein Wandel des Lebensgefühls von Generation zu Generation, er spiegelt sich in vielen Begebenheiten und Schicksalen, beginnend mit der Zeit der Leibeigenschaft, des entmündigenden Drills auch in Fürstenhäusern. "Mein Vater hielt mich für eine Art menschlichen Teig, aus dem man formen könnte, was einem beliebt", so sah Friedrich der Große auf seine Jugend zurück.
    Unsäglich die Not der Armen im aufkommenden Industriezeitalter. Aber immer wieder auch Aufbruchsversuche in die Freiheit, Durchbrechung auch der Männerherrschaft mit ihren Vorurteilen.
    Und wie bewährte sich da nun der Glaube - wirkte er befreiend?
    Was ist denn nun wirklich besser geworden in drei Jahrhunderten?
    Worin lag aber auch der Wert früherer Zeiten und mancher Überlieferung?
    Manchem stellt sich vielleicht auch die Frage: "Und wenn ich damals gelebt hätte, wäre ich nicht auch ganz Kind jener Zeit gewesen?"


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    Gerd Schimansky

    Mit irdischen Wagen, unirdischen Pferden,
    Grenzerfahrungen - Ahnungen, Träume und Visionen

    Der Dichter Franz Kafka sprach von einem Zwang zur "Darstellung meines traumhaften inneren Lebens". In seiner tiefen Schwermut fühlte er sich in eine gnadenlose Welt hineingerissen mit "irdischen Wagen, unirdischen Pferden". Ein düsterer Prophet des mit Hitler nahenden Verhängnisses, das erst neun Jahre nach Kafkas Tod hereinbrach. Aber auch Lichtes, Erlösung Verheißendes kann sich uns erschließen. "Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus", so sang Joseph von Eichendorff.
    Doch sind es nicht nur Dichter, denen mancherlei Grenzerfahrungen zuteil werden. Der Theologe Sören Kierkegaard nannte die Phantasie "ein Kind der Liebe". Was alles erschließt sich einem wirklich geöffneten Herzen, ihm kommen Einfälle, mehr als der rechnenden Vernunft. Dag Hammerskjöld, früherer Generalsekretär der UNO, fand: Wir "sterben in der Stunde, da unser Dasein nicht mehr vom Glanz des immer neu geschenkten Wunders durchleuchtet wird, dessen Quellen jenseits aller Vernunft liegen". Keine Absage an die Vernunft, auch sie kann so "durchleuchtet" werden. Dem Physiker Albert Einstein kam die letzte Einsicht, die abschließende Formel für seine weltbewegende "Relativitätstheorie" im Traum.
    Und so gibt es vielfältige Grenzerfahrungen, ganz unterschiedliche Arten von Ergriffenheit, schöpferische, aber auch irreführende, verblendende. Etwa die eine Sehnsucht nach "Wiederverkörperung", die einem den Blick auf das Hier und Jetzt verstellt. Ganz zu schweigen vom Drogenrausch, ein Art "chemisches Pfingsten". Und was bedeutet der Spiritismus? Gibt es so etwas wie Spuk?
    Das Buch versucht, in 24 Kapiteln Ahnungen, Träumen und Visionen, eben diesen Grenzerfahrungen nachzugehen.


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    Gerd Schimansky

    Nationalsozialist und Christ?, Zwei Schicksale

    Von heute her kaum noch zu verstehen, dass viele evangelische Christen - über 80 % - damals beides für vereinbar hielten: das Hakenkreuz und das Kreuz Christi. Von alters- her gehörten ja "Thron und Altar" zusammen, galt das Vaterland als heilig. "Wir wollen das Hass- und Truggespinst der neidischen Wichte zertreten - ein jeder Schwertschlag Gottesdienst und jeder Schuss ein Beten", so tönte der Kandidat der Theologie Walter Flex 1914, ein damals vielgelesener Autor. Und dann verloren wir den 1. Weltkrieg, es kam zum "Schmachfrieden" von Versailles, zur Abtretung weiter Gebiete, zur Besetzung des Rheinlandes und des Ruhrgebiets, zu unermesslich hohen Geldforderungen, daraufhin ein Verfall der Währung - 1923 wurden aus einer Billion Reichsmark nur noch eine Rentenmark. Alle Vermögen waren dahin. So wuchs die verzweifelte Sehnsucht nach irgendeinem "Retter", eine auch religiös aufgeladene Sehnsucht. Darum betete man auch. Es kam zu vielen Kircheneintritten, da die "Roten" ja aus der Kirche ausgetreten waren. "Alte Werte" wurden beschworen.
    Auf diesem Hintergrund lässt sich eher nachfühlen, wie junge Idealisten in einem welt- anschaulichen Rausch dieser entmündigenden Weltanschauung verfielen: Das "Heil" wurde von Hitler erhofft.
    Sehr schwer tat sich ein Marineoffizier, der später Pfarrer wurde, aus seiner Verblendung zu erwachen.
    Und ein schon im 1. Weltkrieg und dann in einem "Freikorps" kämpfender "Wandervogel" aus der damaligen Jugendbewegung trat mit 22 Jahren in die "Deutsche Arbeiterpartei" ein, so hieß die spätere NSDAP damals noch - Mitgliedsnummer 2900. "Positives Christentum" forderte deren Parteiprogramm. Als junger Bergbauingenieur wird Karl Friedrich Kolbow, von glühender Heimatliebe erfüllt, Landeshauptmann von Westfalen. Und da erlebt er nun das aufkommende Bonzentum in der allmächtigen Partei, sein innerer Widerstand wächst, und als er auch die Männer des Aufstands vom 20. Juli 1944 in einem Brief anerkennt, verliert er sein Amt, wird aus der Partei ausgestoßen, ihm droht das KZ. Dem entging er nur durch seinen Frontdienst. Er geriet in Gefangenschaft, wo er krank und halbverhungert starb.
    Ein spät erwachter Träumer - Beispiel dafür, wie man reinen Herzens und guten Willens doch einer zerstörerischen Macht verfallen und von ihr zugrunde gerichtet werden kann.


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    Gerd Schimansky

    Pferdefuß und Engelsflügel, Streit- und Versöhnungsgeschichten,
    1945 - Ende des Krieges, Ende der Hitlerherrschaft. - Wer hat Schuld?
    Wer bekennt sich zu seiner Nazivergangenheit?

    Ein Fünfzehnjähriger kommt dahinter, dass seine Eltern durchaus dabei waren. Jetzt aber - ganz fromm, ganz kirchlich? Er traut solch einer "Bekehrung" nicht. Er rebelliert, wild und störrisch. Worauf ist denn überhaupt noch Verlass?
    Ebenfalls 1945 - für eine Flucht ist es zu spät - erlebt und überlebt eine junge Pfarrfrau den Einmarsch der Roten Armee. War es ihre eigene erfinderische Tatkraft oder was es eine unerwartete Fügung, die sie und ihre Kinder vor dem Schlimmsten bewahrte?

    "Streit und Versöhnung", darum geht es in allen acht Geschichten.
    Da hat ein junger Mensch unter der vereinnahmenden "Liebe" seiner Mutter zu leiden. Da ist eine Ehefrau, sie lebt mit ihrem Mann durchaus im Einklang - insgeheim aber liebt sie einen anderen. Muss sie, kann sie das ihrem Mann nicht eingestehen?
    Und da ist eine Tochter, die ihren alten Vater pflegt - keineswegs überlastet und ohne dass es je Streit gäbe - aber sie spürt doch eine tiefinnere Abneigung. Wie kann sie damit fertig werden?
    Noch unter Hitler, erfährt ein junger Jurist, der eine jüdische Mutter hat, was es heißt, rücksichtslos ausgebootet zu sein. Seine Verlobte darf ihn nicht heiraten, verlässt ihn. Später dann doch so etwas wie eine Versöhnung.
    Ein Fahnenflüchtiger, der eigentlich hätte zum Tode verurteilt werden müssen, begegnet - zunächst unerkannt - seinem Retter.
    Ähnlich ergeht es einem türkischen Maurerlehrling, der sein Nicht-dazu-gehören schmerzhaft zu spüren bekommt. Ihm hilft einer, von dem er das nicht erwartet hätte.

    Immer geht es um ein erträgliches Miteinander trotz aller Gegensätze.


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    Gerd Schimansky

    Probleme sind wasserlöslich, Kleine Chronik recht brauchbarer Konflikte

    Ein alter Mann sitzt im falschen Zug - und ärgert sich nicht. Andere stecken voller Empörungsbereitschaft. Wieder andere können angesichts einer Panne auch noch lachen, können sich selber auslachen.
    Und wie ist es, wenn zwei Menschen hoffnungslos verschieden von einander sind? Dämmert manchmal nicht doch ein bisschen Verstehen auf? Und was alles kann sich in einem Freibad ereignen, etwa wenn ein nicht unbeleibter Herr so ganz jung und straff auftritt, nur dass ihm leider ein scharfer Wasserstrahl die blonde Lockenpracht von der spiegelblanken Glatze reißt.
    Ein anderer stellt sich, um einem jungen Mädchen zu imponieren, einem schnaubenden Stier entgegen.
    Ein junger Mann aber, voller Hemmungen gegenüber den Mädchen, wird mittels einer Pferdekur ein bisschen aufgemöbelt.
    Diese und andere Beispiele erzählen von hilfloser Sehnsucht und klug ersonnenen Tricks - verhindern die ein Scheitern?
    Oder können auch Träume etwas bewirken, lassen sie sich der Wirklichkeit entgegen-stellen?
    Ach ja, und dann die alte Frage: Sind Frauen nicht doch weiser als Männer? Ein Streit, der mehr oder weniger elegant ausgetragen wird. Ja, es gibt Konflikte, die auch ihre eigene Komik in sich tragen. Wenn die so aufblitzt …


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    Gerd Schimansky

    Sanfter Sieg über Nachtgespenster, Ein bisschen verrückt? Gratuliere!,
    Geschichten vom Verlieren und Gewinnen

    In alten Märchen begegnen uns großartige Verlierer, so "Hans im Glück" und andere. Sie leben mit langem Atem, weinen den Verlusten nicht nach, sind offen für Neues. Auch wenn sie kein Glück haben, unglücklich sind sie nicht.
    Zu allen Zeiten gab und gibt es Menschen, die unverbittert und tapfer auch Schwerstes durchstehen. Ein Bundesgenosse kann der Humor sein, und wär's auch ein ingrimmiger Humor.
    Charly Chaplin konnte in der Bedrängnis sogar versöhnlich lächeln, in heiterer Selbstverspottung. Als "kleiner Mann", den er so gern verkörperte, rappelte er sich innerlich immer wieder hoch.
    Natürlich gibt es auch Schwermütige, die an sich selber zweifeln, ja verzweifeln. Manchmal kann ihnen geholfen werden, so dass sie mit ihrer Not etwas besser umgehen können, es wenigstens versuchen.
    Erfrischend keck behaupten sich wiederum Kinder und junge Menschen. Oder Witzbolde aller Schattierungen.
    Und mancher Alte kommt erst spät zur Einsicht, erst muss ihm das Leben einen Spiegel vor die Nase halten, damit er sein wahres Wesen erkennt.
    Flucht vor sich selbst? Da wird man manchmal eingeholt. Und auch Ehrgeiz mancher Jüngeren wird heilsam gedämpft.
    "Ach ja", meinte ein alter Pfarrer, "man gäbe doch wer weiß was drum, wenn man etwas darstellen, so richtig oben sein könnte." Genau dieser Drang könnte beim Christen etwas nachlassen, denn sein "Ansehen" beruht darauf, dass Gott ihn in Liebe ansieht.


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    Gerd Schimansky

    Sei sanft, Mississippi, In amerikanischer Gefangenschaft

    Sei sanft, Mississippi, In amerikanischer Gefangenschaft Von einer "Stunde Null" sprach man, als Deutschland endgültig besiegt war. Von unserer Kapitulation erfahren Offiziere der Wehrmacht, junge und alte, Nazis und Antinazis, im Mai 1945 auf dem Atlantik, an Bord eines amerikanischen Truppentrans-porters, der sie in die Vereinigten Staaten bringt. Ein Jahr lang bleiben sie nun dort, in einem Waldlager in Pennsylvania und dann jenseits des Mississippi in Louisiana.
    Weltanschauliche Gegensätze brechen auf. Aber auch jeder einzelne - wie wird er mit seinem Schicksal fertig, mit dem, was hinter ihm liegt und mit den Gedanken an eine ziemlich aussichtslose Zukunft? Hat das Leben überhaupt einen Sinn? - Recht einsam bleibt da ein Theologe, der ihnen nun doch etwas von Gott zu sagen sucht.
    Ganz allmählich erst beginnt sich manches zu klären, gewinnen einige eine neue Sicht. Gibt es so etwas wie Umkehr und einen Neuanfang?
    Schweres, aber auch Komisches ereignet sich in der Abseitigkeit dieses Lagerlebens. Es gibt noch keine Postverbindung zur Heimat. Man lebt weiterhin von Gerüchten. Man plant, wenn überhaupt, ganz ins Blaue - vielmehr ins Graue hinein. Manche müssen sich fragen, ob ihre Eltern, ihre Frauen, ihre Kinder überhaupt noch am Leben sind. Und wenn ja - wie schlagen sie sich jetzt durch?

    Im Titel "Sei sanft, Mississippi" drückt sich die träumerische Hoffnung eines der Gefangenen aus, er könne freikommen, könne hier im Lande bleiben, da doch seine Mutter Amerikanerin ist. Aussteigen, nicht Dazugehören - eine hilflose Sehnsucht, dem Schicksal zu entkommen. Kein ganz seltener Versuch, zu allen Zeiten, in allen Lagen: sich in eine Scheinwirklichkeit zu retten.


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    Gerd Schimansky

    Sichtbesserung, Sich selbst und andere besser verstehen

    "Es gibt keine gewöhnlichen Leute. Du hast nie mit einem gewöhnlichen Sterblichen gesprochen", dieses Wort des englischen Literaturprofessors C.S. Lewis kann zur Sicht-besserung beitragen. Wenn jeder Mensch von Gott gemeint ist, einmalig, und von Ihm gerufen wird, dann darf ich keinen abstempeln, gar entwerten.
    Jeder Mensch ist im letzten ein Geheimnis. Innerhalb meines begrenzten Blickfeldes suche ich mir Klarheit zu verschaffen. Dazu gehört, dass ich meine eigenen unbewussten Regungen zu erahnen suche. Da sind etwa Abwehrgefühle. Stört mich allein schon das Anderssein eines Menschen? Oder warum wohl gefällt mir jemand "auf Anhieb"?
    Der französische Philosoph Montaigne erkannte schon vor über 400 Jahren: "Wir sind alle aus lauter Flicken und Fetzen und so kunterbunt zusammengestückt … Und es findet sich ebensoviel Verschiedenheit zwischen uns und uns selber wie zwischen uns und anderen."
    Deshalb also: einen Menschen nicht "auf einen Nenner" bringen, offener werden für die verschiedenen Möglichkeiten, die in ihm angelegt sein könnten. Dabei kann natürlich ein Wesenszug bestimmend sein, etwa der sog. Narzissmus, ein Übermaß an Selbstbezogen-heit, an Kränkbarkeit und Beschränkung auf eine Wunschwelt. "Durch den fortwähren-den Umgang mit sich selber grenzenlos verwöhnt" sein, so nannte es Wilhelm Raabe.
    Und das verengt das Blickfeld, verzerrt die Wahrnehmung. Unbefangener sollte sie werden. Unabhängiger auch von dem, was da über einen Menschen "so geredet" wird.
    Abwertende Urteile werden leicht übernommen, färben das eigene Urteil.
    Und dann auch: wie sehen wir unsere Kinder an? Sollen sie wunschgemäß aufwachsen, oder bejahe ich auch ihre Eigenständigkeit, selbst wenn sie meiner Wesensart fremd ist?

    Einübung ins gute Mit- und ins gute Gegeneinander, dem dient eine möglichst klare, wirklichkeitsnahe Sicht. Ihr kommt auch eine befreiender Humor zugute. Wer über sich selber lächeln kann, wird gelassener urteilen.
    An vielen Einzelbeispielen werden solche Leitgedanken erörtert.


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    Gerd Schimansky

    Spurensuche, Eine Jugend an der Bernsteinküste

    Ein Junge erforscht die Vergangenheit. Die Familie musste aus dem Baltikum fliehen. Der Vater, der 1919 die Heimat verteidigte, fiel in russische Gefangenschaft. Lebt er noch? Der Junge gibt die Hoffnung nicht auf. Er kennt ja nur ein Bild des Vaters. Was ihn bewegt, ist auch die Geschichte der Ordensritter.
    Von seinem Lehrer, dem Dichter Ernst Wiechert angeregt, wird er Pfadfinder. Mit anderen Dreizehnjährigen durchstreift er die Wälder, liest später immer mehr auch über das alte Königsberg. Am Lagerfeuer werden Sagen und Gruselgeschichten erzählt. Und immer wieder bewachen sie die abbröckelnde Bernsteinküste, dass nur ja keiner verbotenerweise da herumklettert. Aber wenn das nun ein sehr schönes Mädchen ist? Und "Mutproben" machen sie, des Nachts. In einem verfallenen Friedhof, da "geistert es" ja umher. Auf der Kurischen Nehrung begegnen sie den Elchen.
    Und immer wieder vertieft der Dichter Ernst Wiechert das Bild der Heimat.
    Eine Geschichte voller Sehnsucht, Erlebnisdrang und Entdeckerfreude.


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    Gerd Schimansky

    Über den Tod hinaus, Ängste, Träume, Visionen und eine Zuversicht

    Über Krankheiten spricht man viel, aber über das Sterben, über den Tod? Nein, der Tod ist nicht salonfähig. Und auf die Frage "Gibt es nichts über den Tod hinaus?" antwortet oft ein verlegenes Schweigen.
    Aber der Tod lässt sich nicht totschweigen. Er meldet sich tief im Unterbewußten zu Wort, in Ängsten, in Träumen.
    Und im Radio, im Fernsehen häufen sich die Unfall- und Katastrophenmeldungen. Wie soll man das alles verkraften, es innerlich verarbeiten?
    Unsere Vorfahren waren geübter darin. Ihnen rückte der Tod ja viel öfter, viel früher auf den Leib. Im Jahre 1848 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei uns nur 48 Jahre. Und man starb meist zu Hause. Oft auch unter Schmerzen, die damals noch nicht gelindert werden konnten.
    "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", dazu lädt die Bibel ein (Psalm 90,12).
    Thomas Mann nannte den Glauben eine "Gottesklugheit". Sie verzichtet auf alle Versuche, das Jenseitige, etwa durch Spiritismus, zu erhellen. Sie begnügt sich mit Jesu Zusage: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben" (Johannes 14,19).
    Dieses Buch will zum Fragen ermutigen, zum Hören auch auf die Antworten des Evangeliums.


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    Gerd Schimansky

    Von der Bravheit zur Beherztheit, Wie sich Frömmigkeit wandelt

    Wie lebte man eigentlich früher? Und was glaubte man? Glaube will ja gelebt werden.
    Die befreiende Kraft des Evangeliums lässt sich erfahren. - Aber eben auf unterschiedliche Weise. Je nach der Zeit, die einen prägt, und nach der eigenen Wesensart. Was sollte aber dennoch gelten, damit Frömmigkeit nicht ins X-beliebige zerflattert?
    Es gibt Menschen, die gern (zu gern?) nur "nach Vorschrift" leben und glauben wollen. Andere wieder, die aufbegehren oder sich bedauernd davonmachen. Ihnen ist das Christentum vielleicht allzu "bürgerlich", wirkt allzu rückständig. Und manche Lehrsätze wirken einengend, kaum noch verständlich. Dabei braucht das eigene Fragen, braucht eine innerste Sehnsucht nicht zu verstummen.
    Ist Gott gut? Wie ist das mit dem Tod? Vor allem mit der Auferstehung? Worauf lässt sich denn nun wirklich vertrauen? Nicht zuletzt die Frage: Suche ich auch die Anders-Glaubenden zu verstehen, komme ich mit ihnen wirklich ins Gespräch? So dass wir beide besser verstehen, was der andere meint, was ihn bewegt?
    Glauben heißt: unterwegs sein. Und ein Ziel vor sich haben. Dabei kann man sich täuschen. Vielleicht wird durch dieses Ziel doch nur etwas durchaus Zeitbedingtes religiös verklärt? Da gab es doch die Verklärung von "Thron und Altar", eine "gottgewollte" Gesellschaftsordnung mit ihren Machtverhältnissen. Dabei kann es durchaus sein, dass einem auch etwas Früheres, allzu schnell verworfen, in einem neuen Licht erscheint.
    Um solche Lebens- und Glaubensfragen geht es in den 20 Beispielen und Betrachtungen dieses Buches.


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    Gerd Schimansky

    Was mehr ist als alle Erfolge, Vom Umgang mit Verlusten

    Der russische Dichter Boris Pasternak, lange verboten und unterdrückt, fand: "Notwendiger als das Erwerben ist das Verlieren im Leben. Ein Weizenkorn, das nicht erstirbt, kann nicht aufgehen." Könnte sich dieses Wort im Leben bewähren?
    Der beliebte Quizmaster Hans Rosenthal, als Jude jahrelang in ein erbärmliches Versteck gezwängt, immer in der Angst, von den Nazis entdeckt zu werden, zeigt beispielhaft, wie man sich seelisch behaupten kann.
    Menschen auch, die zur Schwermut neigen, können doch ein wenig Licht in ihr Leben hereinlassen.
    Wie lerne ich es, mit meinen Nöten besser umzugehen?
    Und wie erlebt man auch die Unvollkommenheit der Welt insgesamt, die ständig gefährdete Schöpfung?
    Vom Wunschdenken zur Wirklichkeitsnähe, dieser Weg führt zum rechtzeitigeren Erkennen des Bedrohlichen und auch der eigenen Schieflage, sobald ich "mir etwas vormache".
    "Entsagen und lächeln bei Demütigungen, das ist die Kunst, die mir gelungen", bekannte der alternde Theodor Fontane.
    Wie suche ich mein Selbstgefühl zu festigen?
    Wunderbar, wie jener alte Fischer in Hemingways Novelle "Der alte Mann und das Meer" mit seiner Niederlage fertig wird.
    Gerade heute in der allgemeinen Erfolgs- und Gewinnversessenheit kann ein Wort Martin Bubers befreiend wirken: "Erfolg ist keiner der Namen Gottes".


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    Gerd Schimansky

    Wenn die Sprache Atem schöpft, Freude am Wort

    Kann die Sprache auch in Atemnot geraten? Ihre Ausdruckskraft verlieren, ihre Bildhaftigkeit? Dann schrumpft sie auf bloße Formeln zurück. Man sagt nicht, man "signalisiert". Man findet etwas nicht falsch oder schädlich, sondern "kontraproduktiv" oder "inakzeptabel". Damit entfernt sich die Sprache vom Leben, besonders des schlichteren Menschen. Sie kann aber auch "fetzig" werden, sich ins Knallige verpulvern. "Hab' tierischen Bock, irre Typen kennenzulernen", stand in einer Annonce. Auch gibt es sprachlichen Kitsch, der Gefühle vortäuscht.
    Aber Sprache kann sich auch klären, kann verbrauchte Redewendungen abtun, Floskeln, die nichts besagen. Durch die Zeiten hindurch vollzog und vollzieht sich dieser Wandel. Manche Worte bekommen eine andere Bedeutung. "Toll" ist heute ein Lob, früher kam man als Geisteskranker ins "Tollhaus". Die einstige Bedeutung eines Wortes kann einen aber auch nachdenklich machen, etwa dass "Minister" eben Diener bedeutete, oder dass "vergnügt" etwas mit genügsam zu tun hatte.
    Um immer neue, packende Wendungen bemüht sich die Sprache der Werbung, wobei das oft gebrauchte Wort "super" ein bisschen nach Benzin riecht, zeitgemäß. Schöpferisch dann aber auch die Dichtung. Sie ist ja, nach Goethes Wort, "Sprache des Unaussprechlichen", dessen also, was tief im Unbewussten wurzelt. Das ist eine Sprache, die bewohnbar ist, in der man sich seelisch unterbringen kann. Und dazu gehören auch manche fast verklungenen Wendungen, die in der Dichtung neu zum Klingen gebracht werden.
    Dazu tragen auch Bibel und Gesangbuch bei, ebenso alte Volkslieder. Selbst wenn man nicht mehr so spricht, man hört es doch, und der farbige Reiz des Früheren kann wieder aufleuchten. Der ganze Mensch wird angesprochen, nicht bloß der Kopf.
    Das Buch bringt viele Beispiele - für Sprachverfall und Sprachbelebung.


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    Gerd Schimansky

    Wenn Frauen vorangehen,
    Widerstände und ihre Überwindung, Stimmen und Gestalten

    Was waren das nur für Widerstände, die es zu überwinden galt? Heiraten auf Befehl. Noch bis 1977 verfügte in Deutschland der Mann allein über das gemeinsame Vermögen. Bis 1919 kein Wahlrecht für Frauen. Erst ab 1908 Zulassung zum Studium.
    Und welche Vorurteile galten beharrlich?
    Umso mehr zu bewundern, wie Frauen dennoch ihr Selbstwertgefühl stärkten, sich Freiräume erkämpften. Es gab nur wenige einsichtige Männer. Und dies über zwei Jahr-tausende hinweg.
    Was bedeuten nun aber Frauen in der Bibel? Wie wirkte sich die Marienverehrung aus und der Minnedienst des Mittelalters? Und was brachten begnadete Frauen voran, so etwa Hildegard von Bingen, auf die sogar Kaiser und Könige hörten?
    Das kirchliche Leben wird heute weithin von Frauen gestaltet, vor allem auch Caritas und Diakonie.
    Längst auch haben sie sich als Dichterinnen, als Künstlerinnen überhaupt, durchgesetzt. Wie anregend wirkten da Frauen der Romantik, wie Bettina von Arnim oder die Jüdinnen in den Berliner Salons.
    Später dann Annette von Droste-Hülshoff, Dorothea von Schlözer, Marie von Ebner-Eschenbach, Lou Salomé und andere. Auch solche, die verwegen alle gesellschaftlichen Schranken durchbrachen.
    Wie aber nahm sich diese Entwicklung in der Sicht der Männer aus?
    Ein gewandeltes Lebensgefühl lässt endlich ein gleichrangiges Miteinander zu - "von Mensch zu Mensch, nicht mehr von Mann zu Weib", wie Rainer Maria Rilke es erhoffte.


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    Gerd Schimansky

    Wer zuletzt lacht, Entsorger, Befreier, Brückenbauer: der Humor

    Zwei Worte Martin Luthers sind dem Buch vorangestellt:
    "Wenn Gott keinen Spaß verstünde, möchte ich nicht im Himmel sein" und
    "Die allerklügsten Menschen sind Gottes Närrchen, über die er lachen muss".
    Der Humor rückt eben so einiges zurecht. Die "kleinen Leute" geraten weniger ins Schussfeld, aber "denen da oben" verpasst man es gern - Machthabern, Politikern, Geldmenschen. Und auch der "zerstreute Professor" gerät in die Schusslinie. Überhaupt jeder, der sich hoch erheben will. Denn "wie klein ist das, was einer ist, wenn man's mit seinem Dünkel misst", fand Wilhelm Busch.
    Dies ist ja das Gute: Humor kann vom Dünkel befreien - man lernt es, über sich selber zu lachen.
    Schade, dass es das im Mittelalter noch lebendige "Osterlachen" in der Kirche nicht mehr gibt. Ein Esel in Bischofstracht würde hereingeführt und respektvoll empfangen.
    Glaube und Spaß - wie reimt sich das? Gut reimt es sich. Und natürlich kriegen auch die Prediger so einiges verpasst. Es gibt ja auch "geistliche Betriebsunfälle". Und alles unechte Gehabe kann dahinschwinden, wo die befreiende Botschaft des Evangeliums aufleuchtet, richtend und rettend.
    "Hab' dich nicht so", heißt es dann, wenn ich mich so irgendwie aufblähe. Wozu denn auch?
    Und was den bösartigen Spott angeht - der gute Humor ist eine Entgiftungsanlage. Und er baut Brücken.
    Dies alles wird in Momentaufnahmen, in Geschichten, Anekdoten und Gedichten gemächlich entfaltet.


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    Gerd Schimansky

    Wo wohnen die Gebete?, "Papa, wie geht eigentlich das Leben?",
    Kinder entdecken Gott und die Welt

    "Mutti, weiß eine Katze eigentlich, dass sie eine Katze ist?" fragt eine Achtjährige. Ja, Kinder entdecken die Welt und deuten sie einfallsreich.
    Vom Kindsein erzählt dieses Buch, von seinen Nöten und Freuden. Wie war das in der "guten alten Zeit"? Was hatten Kinder damals so durchzustehen? Und wir Erwachsenen heute? Wie geben wir ihnen Geleit? Ob wir sie ganz verstehen? "Kinder sind Rätsel von Gott", fand Friedrich Hebbel, "und schwerer als andere zu lösen. Aber der Liebe gelingt's, wenn sie sich selber bezwingt", so dass das Kind nicht vereinnahmt wird. Auch Martin Luther gestand jedem Kind sein ganz eigenes Wesen zu. Denn: "Wo du ein Kind siehst, da begegnest du Gott auf frischer Tat".
    Ja, jedes Kind hat sein ganz eigenes Wesen - in trotzigem Aufbegehren, wildem Erobe-rungsdrang, in träumerischer Sehnsucht und nicht zuletzt in seiner Weise, fromm zu sein. "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder", sagt Jesus. Sie sind beschenkbar.


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    Gerd Schimansky

    Worauf ist Verlass, Erlebnisse - Erfahrungen - Entscheidungen

    Die Freude an allem Erschaffenen, das immer neue dankbare Erleben der so überreichen Schöpfung - wie kann es einen beglücken.
    Goethe sagte im Blick auf das Rotkehlchen, das artfremde, verirrte Junge in sein Nest aufnimmt: "Das ist es nun, was ich die Allgegenwart Gottes nenne, der eine Teil seiner unendlichen Liebe übervoll verbreitet und eingepflanzt hat".
    Doch gibt sie auch Rätsel auf, diese überreiche und doch immerfort gefährdete Schöpfung. Unausweichlich stellen sich Fragen. Aber die Schöpfung bleibt stumm. Un was Gott uns sagt, ist umstritten.
    Die Botschaft der Bibel wird im Laufe der Zeit immer - und oft anders - gehört. Wie ist das mit dem Leid? Wie mit dem Tod? Es gibt einengende Glaubensweisen, es gibt aber auch eine wunderbare Befreiung des Blicks. Verblendung gibt es und heilsame Ernüchterung. Trügerische Hoffnung gibt es, aber auch an Wunder grenzende Erfahrungen. Was trägt, ist die Zuversicht auf ein neues Leben, ein Leben bei Gott. Es kann hier schon beginnen, wenn die Liebe uns freimacht, füreinander.
    Oft sind es nur kleine Schritte, die doch zu der "herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" führen können. So kann der ferne Gott uns manchmal auch ganz nahe kommen. Ihn mehr zu lieben als seine Gaben, das kann befreiend wirken.


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